{"id":5283,"date":"2018-10-11T18:05:37","date_gmt":"2018-10-11T18:05:37","guid":{"rendered":"http:\/\/kunst-und-kampf.de\/WordPress_02\/?p=5283"},"modified":"2018-10-11T21:09:18","modified_gmt":"2018-10-11T21:09:18","slug":"comic-der-matrosenaufstand-1918-in-kiel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/WordPress_02\/comic-der-matrosenaufstand-1918-in-kiel\/","title":{"rendered":"Comic \u203aDer Matrosenaufstand 1918 in Kiel\u2039"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5301\" src=\"http:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Titel_web.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"692\" srcset=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Titel_web.jpg 1200w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Titel_web-300x173.jpg 300w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Titel_web-768x443.jpg 768w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Titel_web-705x407.jpg 705w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Titel_web-450x260.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/p>\n<p>Man schreibt das Jahr 1918: Seit vier Jahren tobt der I. Weltkrieg. In Deutschland regiert faktisch die Oberste Heeresleitung (OHL) unter den Gener\u00e4len Hindenburg und Ludendorff und zwingt das Land unter die Knute der totalen Kriegsf\u00fchrung. Die wirtschaftlichen und milit\u00e4rischen Ressourcen sind ersch\u00f6pft.<br \/>\nAllein zwei Millionen deutsche Soldaten sind gefallen und bis zu 900.000 Zivilisten elend an der \u203aHeimatfront\u2039 gestorben, weil die gegnerischen Staaten die Rohstoff- und Lebensmittelzufuhr blockieren. Hinzu kommt 1918 eine Grippepandemie.<br \/>\nD\u00fcster sind die Aussichten f\u00fcr die deutsche Generalit\u00e4t vor allem seit die USA 1917 in den Krieg eingetreten sind. Aber noch gibt es in der OHL Hoffnung. Denn nach dem Machtantritt der Bolschewiki im Oktober 1917 unterzeichnet Russland einen separaten Friedensvertrag mit Deutschland. Gleichzeitig wird Italien nachhaltig milit\u00e4risch geschlagen. So kann die OHL eine Entscheidungsoffensive an der Westfront planen, die nur gelingen kann, solange die US-Verst\u00e4rkungen noch nicht voll zur Geltung kommen. Unter Aufbietung aller Reserven endet diese \u203aGro\u00dfe Schlacht in Frankreich\u2039 im August 1918 mit der deutschen Niederlage.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5297\" src=\"http:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Tankangriff_web.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"1728\" srcset=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Tankangriff_web.jpg 1200w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Tankangriff_web-208x300.jpg 208w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Tankangriff_web-768x1106.jpg 768w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Tankangriff_web-1042x1500.jpg 1042w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Tankangriff_web-490x705.jpg 490w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Tankangriff_web-450x648.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/p>\n<h3>Frieden \u2013 wenn der Kaiser abdankt<\/h3>\n<p>Umgehend sollen jetzt Friedensverhandlungen eingeleitet werden. Aber mit dem deutschen Kaiser wollen die Siegerm\u00e4chte nicht verhandeln. Es kommt zu einer Verfassungs\u00e4nderung und Kaiser Wilhelm II. tritt einen Teil seiner Macht ab. Er ernennt den liberalen Aristokraten Max von Baden am 3. Oktober 1918 zum Reichskanzler. Eine parlamentarische Regierung, erstmals unter Einbeziehung der SPD, wird gebildet. Sie untersagt umgehend jegliche Offensivhandlungen, auch den U-Boot-Krieg, und setzt am 26. Oktober General Ludendorff ab. Doch der Beginn der Waffenstillstandsverhandlungen zieht sich hin, weil US-Pr\u00e4sident Woodrow Wilson sie von der vollst\u00e4ndigen Abdankung des Kaisers abh\u00e4ngig macht. Wilhelm II. aber klammert sich an seine Krone. Ebenso kann sich ein gro\u00dfer Teil des Offizierskorps nicht mit einer Niederlage abfinden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5299\" src=\"http:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Wilson_web.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"1699\" srcset=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Wilson_web.jpg 1200w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Wilson_web-212x300.jpg 212w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Wilson_web-768x1087.jpg 768w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Wilson_web-1059x1500.jpg 1059w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Wilson_web-498x705.jpg 498w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Wilson_web-450x637.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/p>\n<h3>Die Marinef\u00fchrung will weiterk\u00e4mpfen<\/h3>\n<p>Vor allem trifft dies auf die Marinef\u00fchrung, die Elite des Kaiserreiches zu, die kaum zum Einsatz gekommen ist. Die Offiziere wollen sich nicht einfach ergeben und die Flotte ausliefern. Da bietet sich Ende Oktober 1918 eine letzte Gelegenheit zum Kampf. Mit dem Ziel, der schwer bedr\u00e4ngten Westfront Entlastung zu verschaffen, wird ein Kampfverband aus dem I. und III. Geschwader vor Wilhelmshaven zusammengestellt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5320\" src=\"http:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_16S_A4_44c_final-4.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"865\" srcset=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_16S_A4_44c_final-4.jpg 1200w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_16S_A4_44c_final-4-300x216.jpg 300w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_16S_A4_44c_final-4-768x554.jpg 768w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_16S_A4_44c_final-4-705x508.jpg 705w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_16S_A4_44c_final-4-450x324.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/p>\n<p>Woraufhin unter den nicht weiter informierten Mannschaften Ger\u00fcchte entstehen, als die Matrosen Wind von dem Unternehmen bekommen.<\/p>\n<h3>Die Matrosen machen nicht mehr mit<\/h3>\n<p>Es hei\u00dft, der Flottenvorsto\u00df sei ein selbstm\u00f6rderisches Vorhaben und durchkreuze die Anordnungen der Regierung. Mit wehender Fahne wollten die Offiziere untergehen und die Friedensverhandlungen durch einen letzten Verzweiflungsakt st\u00f6ren. Deshalb verweigern auf der Schilling-Reede, dem Bereitschaftsposten der Hochseeflotte vor Wilhelmshaven, die Mannschaften auf den Linienschiffen \u203aTh\u00fcringen\u2039 und \u203aHelgoland\u2039 beim Auslaufen den Dienst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5294\" src=\"http:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_ohne_uns_web.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"2243\" srcset=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_ohne_uns_web.jpg 1200w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_ohne_uns_web-160x300.jpg 160w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_ohne_uns_web-768x1436.jpg 768w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_ohne_uns_web-1070x2000.jpg 1070w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_ohne_uns_web-802x1500.jpg 802w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_ohne_uns_web-377x705.jpg 377w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_ohne_uns_web-450x841.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/p>\n<p>Erst als Torpedoboote und U-Boote drohen die Schiffe zu versenken, geben die streikenden Mannschaften auf. Damit ist der Flottenvorsto\u00df gescheitert und die Schiffe sind gezwungen in ihre Heimath\u00e4fen zur\u00fcckzukehren. Rund 600 Matrosen werden gefangen genommen, 400 von ihnen in Wilhelmshaven und in den umliegenden Kasematten eingesperrt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5288\" src=\"http:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Feuer_aus_Kessln_web.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"1486\" srcset=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Feuer_aus_Kessln_web.jpg 1200w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Feuer_aus_Kessln_web-242x300.jpg 242w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Feuer_aus_Kessln_web-768x951.jpg 768w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Feuer_aus_Kessln_web-569x705.jpg 569w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Feuer_aus_Kessln_web-450x557.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/p>\n<p>Die drei Gro\u00dfkampfschiffe des III. Geschwaders \u203aBayern\u2039, \u203aMarkgraf\u2039 und \u203aK\u00f6nig\u2039 ziehen sich nach Kiel zur\u00fcck. Dort sollen die restlichen 200 Gefangenen in Milit\u00e4rgef\u00e4ngnisse kommen. Kurz vor dem Einlaufen werden auf der \u203aMarkgraf\u2039 weitere 47 Matrosen als R\u00e4delsf\u00fchrer verhaftet. Allen Gefangenen droht das Kriegsgericht \u2013 was ihre Kameraden nicht hinnehmen wollen. Um die Gem\u00fcter zu beruhigen, wird den Mannschaften gro\u00dfz\u00fcgig Landurlaub gew\u00e4hrt. Nach Zerstreuung und Zeitvertreib ist aber nicht allen Matrosen zumute. Etwa 250 versammeln sich am Abend des 1. November im Gewerkschaftshaus. Nach kurzer Debatte wird beschlossen, der Forderung nach Freilassung der Gefangenen am n\u00e4chsten Tag um 19.30 Uhr mit einer Demonstration Nachdruck zu verleihen. Da die Polizei von dem Vorhaben erf\u00e4hrt, befiehlt Gouverneur Souchon, das Gewerkschaftshaus am 2. November f\u00fcr Marineangeh\u00f6rige zu sperren. Polizisten riegeln das Geb\u00e4ude ab.<\/p>\n<h3>Von der Solidarit\u00e4t mit den Gefangenen zum Aufstand<\/h3>\n<p>Einige hundert Matrosen irren daraufhin durch die Stadt, bis sich schlie\u00dflich circa 500 Menschen, meist Matrosen und Angeh\u00f6rige von Landmarineeinheiten, aber auch Vertrauensm\u00e4nner der USPD, im Vieburger Geh\u00f6lz im S\u00fcden Kiels versammeln. Die 1917 aus der SPD hervorgegangene USPD ist das Sammelbecken aller Kriegsgegner und Oppositionellen. Verschiedene Redner, darunter Karl Artelt, ergreifen das Wort.<br \/>\nDer 1890 geborene Karl Artelt aus Magdeburg, seit 1908 Mitglied der SPD, wird als Maschinenbauer mit Beginn des Krieges in die Germania-Werft in Kiel abkommandiert. Es folgt der \u00dcbertritt zur USPD. Im Jahr 1917 wird Artelt wegen \u00bbrevolution\u00e4rer T\u00e4tigkeit unter den Matrosen und Werftarbeitern\u00ab zu sechs Monaten Festungshaft verurteilt. Anschlie\u00dfend kommt er in Flandern an die Front, wird aber nach einem halben Jahr als gefragter Spezialist in die Torpedobootsreparaturwerft nach Kiel zur\u00fcckbeordert.<br \/>\nNeben Karl Artelt ist Lothar Popp die zweite Pers\u00f6nlichkeit der USPD in Kiel. Popp, Jahrgang 1887, lebt als Kleinh\u00e4ndler in Hamburg und ist ein pazifistisch eingestellter Sozialdemokrat. Seit 1912 SPD-Mitglied, wechselt auch er im Krieg zur USPD. 1915 wird er zum Milit\u00e4r eingezogen und Anfang 1917 als kriegsuntauglich entlassen. Als Schlosser wird er wenig sp\u00e4ter zur Germania-Werft in Kiel dienstverpflichtet und w\u00e4hrend des Januar-Streiks 1918 zum Vorsitzenden des Kieler Arbeiterrates gew\u00e4hlt. Nach dem Streik muss Popp eine Freiheitsstrafe von zwei Monaten verb\u00fc\u00dfen. Fortan bleibt er ohne feste Anstellung in Kiel und ist dort Vorsitzender der USPD. Bei seiner Rede am Abend des 2. November fordert Artelt neben der Freilassung der Inhaftierten die Niederringung des Militarismus sowie die Entmachtung der herrschenden Klasse.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5293\" src=\"http:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Nieder_Militarismus_web.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"860\" srcset=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Nieder_Militarismus_web.jpg 1200w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Nieder_Militarismus_web-300x215.jpg 300w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Nieder_Militarismus_web-768x550.jpg 768w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Nieder_Militarismus_web-260x185.jpg 260w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Nieder_Militarismus_web-705x505.jpg 705w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Nieder_Militarismus_web-450x323.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/p>\n<p>Lothar Popp und andere USPD-Mitglieder treten ebenfalls in Erscheinung. Gemeinsam ruft man zu einer gro\u00dfen Volksversammlung am n\u00e4chsten Tag am gleichen Ort auf. Zwar beobachten Polizisten, getarnt in Zivil, diese Versammlung, aber weder Polizei noch Milit\u00e4r greifen ein. Erst auf dem R\u00fcckweg tritt eine Kompanie Marinesoldaten aus der naheliegenden Waldwiesen-Kaserne den abziehenden Matrosen entgegen. Aber diese Kompanie ist ihren Kameraden wohlgesonnen.<\/p>\n<h3>Versuche die Bewegung zu unterdr\u00fccken schlagen fehl<\/h3>\n<p>Am selben Abend erstattet die Polizei dem Stadtkommandanten und Kapit\u00e4n zur See Wilhelm Heine in dessen Privatwohnung Bericht von den Entwicklungen in der Stadt. Anwesend ist au\u00dferdem Konteradmiral Hans K\u00fcsel, Chef des Stabes der Ostseestation. Gouverneur Wilhelm Souchon, der erst seit drei Tagen im Amt ist, wird nicht hinzugezogen. Ergebnis der Unterredung ist eine allgemeine Urlaubssperre f\u00fcr Sonntag. Zus\u00e4tzlich werden in der Nacht weitere 57 Matrosen der \u203aMarkgraf\u2039 verhaftet.<br \/>\nAm Sonntagvormittag gibt es ein erneutes Treffen, diesmal ist der Gouverneur anwesend. Es wird beschlossen, um 16 Uhr Stadtalarm auszul\u00f6sen, der die Matrosen auf die Schiffe und in die Kasernen befiehlt. Trommeln und Pfeifen geben den Alarm um 15.30 Uhr bekannt. Aber viele Matrosen ignorieren die Anordnung und machen sich auf den Weg zum Exerzierplatz im Vieburger Geh\u00f6lz. Etliche Marinesoldaten und Zivilisten schlie\u00dfen sich an. Bis 18 Uhr haben sich circa 5.000 Menschen versammelt.<br \/>\nEinige Redner versuchen sich Geh\u00f6r zu verschaffen und wenig sp\u00e4ter, der Abend zieht heran, setzt sich die Menge in Bewegung. Ihr Ziel ist die Marine-Arrest-Anstalt in der Feldstra\u00dfe. Die Matrosen wollen ihre inhaftierten Kameraden befreien und anschlie\u00dfend das Offiziercasino st\u00fcrmen. Immer mehr Menschen reihen sich in den Demonstrationszug ein.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5322\" src=\"http:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Menge_web.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"862\" srcset=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Menge_web.jpg 1200w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Menge_web-300x216.jpg 300w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Menge_web-768x552.jpg 768w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Menge_web-705x506.jpg 705w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Menge_web-450x323.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/p>\n<p>Auf ihrem Weg liegt das Lokal Waldwiese, das als Hilfskaserne dient. Die kleine Waldwiesenkaserne wird von der Masse einfach \u00fcberrollt. Einige dort Arrestierte werden befreit und Waffen erbeutet. Nachdem der Gouverneur von den Vorg\u00e4ngen unterrichtet ist, befiehlt er, der Demonstration \u00bbmit allen Mitteln entgegenzutreten\u00ab und \u00bbr\u00fccksichtslos von der Waffe Gebrauch zu machen.\u00ab Aber welche Einheiten sind noch loyal?<\/p>\n<h3>Das letzte Aufgebot von Befehlsempf\u00e4ngern versagt<\/h3>\n<p>Als verl\u00e4ssliche Truppe gilt die Ausbildungskompanie der Torpedo-Division, zumeist Rekruten und Offiziersanw\u00e4rter. Kurzerhand wird die Einheit bewaffnet. W\u00e4hrend Hals \u00fcber Kopf zusammengesuchte Befehlsempf\u00e4nger zur Sicherung von Gouverneurssitz und Arrestanstalt unterwegs sind, erreichen die Demonstranten gegen 18.30 Uhr den Bahnhof. Bei einem Gedr\u00e4nge ger\u00e4t eine Frau unter eine Stra\u00dfenbahn. Von diesem Ungl\u00fcck bekommen die meisten Demonstranten nichts mit. Sie ziehen mit Gesang und Parolen weiter in Richtung Marine-Gef\u00e4ngnis.<br \/>\nEs ist bereits dunkel, als die Menge, angef\u00fchrt von untergehakt gehenden Matrosen, kurz vor 19 Uhr von der Brunswiker Stra\u00dfe in die Karlstra\u00dfe abbiegen will. Vier Gaslaternen stehen an der Kreuzung. Doch ihr Licht kann die Szene, die sich etwas weiter in der Karlstra\u00dfe abspielt, nur sp\u00e4rlich erhellen. Dort stehen 20 Schutzpolizisten auf der Stra\u00dfe und wollen den Weg versperren.<br \/>\nAls die Demonstration um die Ecke kommt und Sprechch\u00f6re tausender Kehlen in den H\u00e4userzeilen widerhallen, verlieren die Polizisten die Nerven und t\u00fcrmen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5291\" src=\"http:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Halt_Polizei_web.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"1736\" srcset=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Halt_Polizei_web.jpg 1200w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Halt_Polizei_web-207x300.jpg 207w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Halt_Polizei_web-768x1111.jpg 768w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Halt_Polizei_web-1037x1500.jpg 1037w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Halt_Polizei_web-487x705.jpg 487w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Halt_Polizei_web-450x651.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/p>\n<p>Doch 20 Schritte weiter steht der kriegsversehrte Leutnant der Reserve Oskar Steinh\u00e4user mit 30 Soldaten auf der Karlstra\u00dfe. Etwa zehn Schritte tritt der Leutnant vor seine Patrouille und hebt die rechte Hand.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5296\" src=\"http:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Strasse_frei_web.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"966\" srcset=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Strasse_frei_web.jpg 1200w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Strasse_frei_web-300x242.jpg 300w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Strasse_frei_web-768x618.jpg 768w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Strasse_frei_web-705x568.jpg 705w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Strasse_frei_web-450x362.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/p>\n<p>Die vorderen Reihen der Matrosen stoppen ab, es wird ruhiger, und Steinh\u00e4user erkl\u00e4rt, dass er Befehl habe, schie\u00dfen zu lassen und es im Interesse aller w\u00e4re, wenn es ihm erspart bliebe, ein solches Kommando zu geben. Die Lage scheint sich zu entspannen, Steinh\u00e4user geht zur\u00fcck, tritt hinter seine Soldaten. Aber die Masse schiebt die vorderen Reihen immer weiter auf die Soldaten zu.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5300\" src=\"http:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_zurueck.jpg\" alt=\"\" width=\"1100\" height=\"1960\" srcset=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_zurueck.jpg 1100w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_zurueck-168x300.jpg 168w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_zurueck-768x1368.jpg 768w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_zurueck-842x1500.jpg 842w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_zurueck-396x705.jpg 396w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_zurueck-450x802.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><\/p>\n<p>Gedr\u00e4nge, Dunkelheit und aufgereizte Stimmung machen es unm\u00f6glich, einen klaren \u00dcberblick zu behalten. Einige wollen sich ohnehin nicht von der Handvoll Soldaten aufhalten lassen. So in die Enge getrieben, gibt Steinh\u00e4user schlie\u00dflich den Feuerbefehl.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5289\" src=\"http:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Feuer_web.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"1176\" srcset=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Feuer_web.jpg 1200w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Feuer_web-300x294.jpg 300w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Feuer_web-768x753.jpg 768w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Feuer_web-36x36.jpg 36w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Feuer_web-705x691.jpg 705w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Feuer_web-450x441.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/p>\n<p>Die Salve soll in die Luft gehen, doch ein Matrose wird in die Schulter getroffen. Sofort stieben die Demonstranten auseinander, einzelne erwidern das Feuer.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5286\" src=\"http:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_argh_web.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"1173\" srcset=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_argh_web.jpg 1200w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_argh_web-300x293.jpg 300w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_argh_web-768x751.jpg 768w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_argh_web-36x36.jpg 36w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_argh_web-705x689.jpg 705w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_argh_web-450x440.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5292\" src=\"http:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_nachladen.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"1091\" srcset=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_nachladen.jpg 1200w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_nachladen-300x273.jpg 300w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_nachladen-768x698.jpg 768w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_nachladen-705x641.jpg 705w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_nachladen-450x409.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5295\" src=\"http:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_schluss_jetzt.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"1633\" srcset=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_schluss_jetzt.jpg 1200w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_schluss_jetzt-220x300.jpg 220w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_schluss_jetzt-768x1045.jpg 768w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_schluss_jetzt-1102x1500.jpg 1102w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_schluss_jetzt-518x705.jpg 518w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_schluss_jetzt-450x612.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/p>\n<p>In diesem Moment bekommt Steinh\u00e4user von hinten einen Schlag auf den Sch\u00e4del und bricht zusammen. Sofort preschen einige mutige Demonstranten vor, rei\u00dfen andere mit sich. Ohne Offizier wissen die Rekruten nicht, was sie tun sollen, werden unsicher und geben eine gezielte Salve ab. Schreie, Verletzte w\u00e4lzen sich am Boden. Die Rekruten geraten in Panik und laufen davon. Einige schie\u00dfen wohl noch einmal, auch Matrosen feuern.<br \/>\nSteinh\u00e4user kommt in diesem Tumult wieder zu sich, rappelt sich auf und bekommt erneut einen Schlag auf den Kopf, st\u00fcrzt und wird von heranst\u00fcrmenden Matrosen mit Gewehrkolben und Fu\u00dftritten maltr\u00e4tiert.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5287\" src=\"http:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_baeng.jpg\" alt=\"\" width=\"1100\" height=\"1729\" srcset=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_baeng.jpg 1100w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_baeng-191x300.jpg 191w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_baeng-768x1207.jpg 768w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_baeng-954x1500.jpg 954w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_baeng-449x705.jpg 449w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_baeng-450x707.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><\/p>\n<p>Als er sich aufzurichten versucht, feuert ein Matrose mit einer Pistole auf ihn. Der erste Schuss geht fehl, der zweite trifft Steinh\u00e4user in die Brust. Wenige Augenblicke sp\u00e4ter gelingt es einem Wachtmeister und einem Leutnant, dem besinnungslosen Steinh\u00e4user zu Hilfe zu eilen.<br \/>\nSofort gehen Matrosen auf die M\u00e4nner los und schlagen sie zusammen. Der Leutnant wird von einem Kopfschuss getroffen. Erst das energische Eingreifen einer Krankenschwester sorgt daf\u00fcr, dass von den dreien abgelassen wird. Einige Demonstranten tragen die Schwerverletzten in ein nahegelegenes Lokal. Sie \u00fcberleben.<br \/>\nPl\u00f6tzlich rast ein L\u00f6schfahrzeug der Feuerwehr, vom Gouverneur alarmiert, in den Tumult. Gleichzeitig taucht ein Zug eines Marine-Bataillons hinter der Demonstration auf und feuert auf die Beine der Menge. Wieder werden Demonstranten verwundet, die Matrosen zerstreuen sich in die Nebenstra\u00dfen \u2013 ein Pyrrhussieg f\u00fcr den Gouverneur. Zwar kann er den Sturm auf das Gef\u00e4ngnis verhindern, doch aus der Befehlsverweigerung der Matrosen ist nun eine aktive Rebellion geworden. Souchon glaubt zun\u00e4chst noch, wieder Herr der Lage zu sein. Er gibt f\u00fcr den kommenden Tag den Befehl zum Auslaufen des III. Geschwaders.<\/p>\n<h3>Vom Aufruhr zur Revolution<\/h3>\n<p>Doch sieben Matrosen sind gefallen und 29 verwundet, von denen zwei wenig sp\u00e4ter sterben. Die Toten und Verwundeten erbittern ihre Kameraden umso mehr. Matrosen ziehen los, dringen in Waffenkammern ein. Sie besorgen sich Waffen und Munition.<br \/>\nAm Morgen des 4. November entgleitet der F\u00fchrung die Macht. Gegen 10 Uhr liegen die Arbeiten auf der Germania-Werft und in der Torpedowerkstatt still. Das Auslaufen des III. Geschwaders verz\u00f6gert sich. Auf den Schiffen meutern die Mannschaften.<br \/>\nAls gegen 13 Uhr der Kommandeur der gro\u00dfen Kaserne in der Wik, Kapit\u00e4n zur See Rudolf Bartels, seine Division mit einer Ansprache von der Teilnahme an dem angek\u00fcndigten Demonstrationszug in die Stadt abhalten will, ist er mit einem Mal mit einer Gruppe Matrosen konfrontiert. Sie teilen dem Kapit\u00e4n mit, welche Forderungen dieser der politischen F\u00fchrung zu \u00fcbermitteln hat.<br \/>\nDer Sprecher der Matrosen ist Karl Artelt. Nach einer ersten Verhandlung um 15 Uhr zwischen Gouverneur Souchon und einer Matrosenabordnung unter Artelt, will der Befehlshaber die Wogen gl\u00e4tten, indem er auf die Forderungen der Matrosen- und Arbeiterdelegation eingeht: die Freilassung der Inhaftierten; jeglicher Flottenvorsto\u00df unterbleibt; die Schie\u00dferei am Vorabend soll gerichtlich untersucht werden. Mehrere tausend Matrosen ziehen anschlie\u00dfend im Triumphzug zur Arrestanstalt und holen ihre Kameraden dort ab. Damit sind die W\u00fcrfel gefallen.<br \/>\nAm Nachmittag des 4. Novembers w\u00e4re ein Eind\u00e4mmen der Bewegung in Kiel nur noch durch einen massiven Milit\u00e4reinsatz m\u00f6glich. Den ganzen Tag \u00fcber treffen milit\u00e4rische Einheiten in Kiel ein, die den Aufstand niederschlagen sollen. Doch die Soldaten laufen zum gro\u00dfen Teil \u00fcber oder lassen sich von den Aufst\u00e4ndischen entwaffnen. Schie\u00dfereien bleiben die Ausnahme. Trotzdem werden bis zum 5. November noch einmal zehn Tote gez\u00e4hlt.<\/p>\n<h3>Die rote Fahne verk\u00fcndet den Sieg<\/h3>\n<p>Symbole des Aufstands sind die mit dem Lauf nach Unten getragenen Gewehre, um zu zeigen, dass Waffen nur noch zur Verteidigung gebraucht werden, und die rote Fahne, die auf allen \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden aufgezogen wird, so auch auf dem Kieler Schloss. Dort residiert Prinz Heinrich, der \u00e4lteste Bruder des Kaisers und seit Jahrzehnten Repr\u00e4sentant der Hohenzollern in Schleswig-Holstein. Am Morgen des 5. Novembers sieht der Prinz Pistolen auf sich gerichtet. Eine Abordnung der aufst\u00e4ndischen Matrosen ist in seine Residenz eingedrungen und zwingt ihn, die Treppe auf den Turm hinaufzusteigen \u2013 und oben, f\u00fcr jedermann sichtbar, eigenh\u00e4ndig die rote Fahne der Revolution zu hissen.<br \/>\nEine Episode, die Rechtsradikalen als Vorbild gilt, spielt sich ebenfalls an diesem Morgen ab. Zur Flaggenparade werden an diesem Tag auf allen Kriegs- und Hilfskriegsschiffen in Kiel rote Flaggen gesetzt. Nur die \u203aSchlesien\u2039 und die \u203aK\u00f6nig\u2039 zeigen noch die Reichskriegsflagge. W\u00e4hrend die \u203aSchlesien\u2039 schnell ausl\u00e4uft und das Weite sucht, bleibt die \u203aK\u00f6nig\u2039, das Flaggschiff des III. Geschwaders, im Dock. Es liegt hier zur Reparatur. Kapit\u00e4n Carl Wilhelm Weniger verweigert dem Soldatenrat, die rote Fahne auf seinem Schiff zu hissen. Mit einigen Offizieren stellt er sich vor den Flaggenmast.<br \/>\nEs kommt zum Feuergefecht. Der erste Offizier, Korvettenkapit\u00e4n Bruno Heinemann, und der Adjutant, Leutnant zur See Wolfgang Zenker, sterben unter den Kugeln der revoltierenden Matrosen. Dann weht die rote Fahne auch am Mast der \u203aK\u00f6nig\u2039. Kapit\u00e4n Weniger \u00fcberlebt schwer verwundet. In der NS-Zeit werden zwei Zerst\u00f6rer nach den Toten benannt werden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5290\" src=\"http:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Freiheit.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"1710\" srcset=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Freiheit.jpg 1200w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Freiheit-211x300.jpg 211w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Freiheit-768x1094.jpg 768w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Freiheit-1053x1500.jpg 1053w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Freiheit-495x705.jpg 495w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Comic_Kiel_Freiheit-450x641.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/p>\n<p>Ein weiterer Offizier, der den Umsturz nicht \u00fcberlebt, ist der Stadtkommandant von Kiel, Kapit\u00e4n zur See Heine, der verantwortlich f\u00fcr das Blutvergie\u00dfen vom 3. November ist. Er wird in der Nacht zum 6. November in seiner Wohnung von einer Matrosenpatrouille erschossen.<br \/>\nF\u00fcr die Matrosen steht jetzt alles auf dem Spiel: Entweder gelingt es den Aufstand zu verbreiten, oder sie werden als Meuterer abgeurteilt enden. Spontan finden sich Gruppen zusammen, die sich \u203aSturmv\u00f6gel\u2039 nennen. Sie wollen die Flamme der Revolution in andere St\u00e4dte tragen. Schlie\u00dflich bestehen die \u203aSturmv\u00f6gel\u2039 aus mehreren tausend Mann, die binnen weniger Tage daf\u00fcr sorgen, dass in Norddeutschland die Revolte auf mindestens 50 St\u00e4dte \u00fcbergreift und schnell auch das ganze Land erfasst. Am 8. November ruft Kurt Eisner in M\u00fcnchen den \u203aFreistaat\u2039 (Frei von Monarchie) Bayern aus.<br \/>\nUm \u00fcberhaupt noch handlungsf\u00e4hig zu sein, verk\u00fcndet Max von Baden am 9. November eigenm\u00e4chtig die Abdankung des Kaisers. Doch die Realit\u00e4t schafft ihre eigenen Fakten: An diesem Tag erreicht die Revolution Berlin, und der Kaiser macht sich nach Holland aus dem Staub.<br \/>\nAm 11. November unterzeichnet Matthias Erzberger als deutscher Regierungsvertreter die Waffenstillstandsbedingungen in Campi\u00e8gne. Am 28. November, als es l\u00e4ngst keine Relevanz mehr hat, schickt Wilhelm II. aus dem Exil seine offizielle Abdankungsurkunde nach Berlin. Mit dem Schriftst\u00fcck kann niemand mehr etwas anfangen.<br \/>\n<strong>Die Novemberrevolution hat die Monarchie hinweggefegt, das Deutsche Reich ist eine Republik<\/strong>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man schreibt das Jahr 1918: Seit vier Jahren tobt der I. Weltkrieg. In Deutschland regiert faktisch die Oberste Heeresleitung (OHL) unter den Gener\u00e4len Hindenburg und Ludendorff und zwingt das Land unter die Knute der totalen Kriegsf\u00fchrung. Die wirtschaftlichen und milit\u00e4rischen Ressourcen sind ersch\u00f6pft. 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