{"id":6879,"date":"2024-05-02T18:17:33","date_gmt":"2024-05-02T18:17:33","guid":{"rendered":"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/WordPress_02\/?p=6879"},"modified":"2024-05-02T23:18:44","modified_gmt":"2024-05-02T23:18:44","slug":"der-harz-im-april-1945","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/WordPress_02\/der-harz-im-april-1945\/","title":{"rendered":"Der Harz im April 1945"},"content":{"rendered":"<h1><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-6883\" src=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Kompo_BL_Variante.web_.jpg\" alt=\"\" width=\"1134\" height=\"1603\" srcset=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Kompo_BL_Variante.web_.jpg 1134w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Kompo_BL_Variante.web_-212x300.jpg 212w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Kompo_BL_Variante.web_-768x1086.jpg 768w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Kompo_BL_Variante.web_-1087x1536.jpg 1087w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Kompo_BL_Variante.web_-1061x1500.jpg 1061w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Kompo_BL_Variante.web_-484x684.jpg 484w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Kompo_BL_Variante.web_-502x710.jpg 502w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Kompo_BL_Variante.web_-499x705.jpg 499w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Kompo_BL_Variante.web_-906x1280.jpg 906w\" sizes=\"auto, (max-width: 1134px) 100vw, 1134px\" \/><\/h1>\n<h1>Endkampfmythen<\/h1>\n<p>Als der Oberbefehlshaber West, der sp\u00e4ter als Kriegsverbrecher zum Tode verurteilte (und dann begnadigte) Generalfeldmarschall Albert Kesselring, mit seinem Befehlszug zwischen dem 1. und 3. April 1945 bei Drei-Annen-Hohne Schutz suchte, war der Krieg l\u00e4ngst entschieden. Doch das benachbarte Blankenburg schien als \u201eHauptquartier OB-West\u201c immer noch geeignet, da es im Schutz des Gebirges hinter dem Schwerpunkt der Front und in Reichweite Berlins lag. Doch aus diesen Pl\u00e4nen wurde nichts, in wenigen Tagen r\u00fcckte die Front heran und Kesselring dampfte ab.<\/p>\n<p>Um diesen Zeitpunkt, am 8. April 1945, erkl\u00e4rte das OKW (Oberkommando der Wehrmacht) den Harz zum Verteidigungsbereich unter dem AOK 11 (Armeeoberkommando der 11. Armee) von General der Artillerie Walter Lucht. Zun\u00e4chst richtete das AOK 11 seinen Gefechtsstand in Riefensbeek ein.<\/p>\n<p>Auf Befehl Hitlers sollte die sich in Formierung befindlichen 12. Armee unter General der Panzertruppe Walther Wenck, das AOK 11 so schnell wie m\u00f6glich verst\u00e4rken. Ziel war eine Offensivoperation, um eine Verbindung zu den im Ruhrkessel befindlichen deutschen Verb\u00e4nden herzustellen.<\/p>\n<p>Wenn auch die zugrunde liegenden \u00dcberlegungen mit der Realit\u00e4t nichts mehr zu tun hatten, gab es doch noch so etwas wie eine strategische Idee \u2013 in diesem Fall wohl eher Fantasie \u2013 und eine bis zum letzten Moment funktionierende Befehlskette.<\/p>\n<p>Hitler hatte die wichtige R\u00fcstungsschmiede am 2. April zur \u201eRuhrfestung\u201c erkl\u00e4rt, die bis zum Letzten verteidigt werden sollte. Die \u201eRuhrfestung\u201c wurde f\u00fcr die deutschen Verb\u00e4nde allerdings zum Ruhrkessel, in dem sie eingeschlossen waren und aufgerollt wurden. Denn anders als von Hitler erwartet griff die US-Armee, die im Ruhgebiet verschanzten, deutschen Truppen an und nahm dem NS-Staat endg\u00fcltig die gro\u00dfen R\u00fcstungsanlagen.<\/p>\n<p>Ob wenig sp\u00e4ter auch eine \u201eFestung Harz\u201c formal erkl\u00e4rt wurde oder lediglich der Verteidigungsbereich Harz umgangssprachlich als Festung bezeichnet wurde, ist ein in letzter Zeit umstrittenes Thema. \u00dcber Sinn und Unsinn solcher Wortklaubereien l\u00e4sst sich trefflich streiten. Festzuhalten bleibt, dass es sich bei \u201eFestung Harz\u201c um einen zeitgen\u00f6ssischen Begriff handelt und dass eine solche Festung nie existierte.<\/p>\n<div id=\"attachment_6901\" style=\"width: 1210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6901\" class=\"size-full wp-image-6901\" src=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Befehlsausgabe_Farbe.web_.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"810\" srcset=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Befehlsausgabe_Farbe.web_.jpg 1200w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Befehlsausgabe_Farbe.web_-300x203.jpg 300w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Befehlsausgabe_Farbe.web_-768x518.jpg 768w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Befehlsausgabe_Farbe.web_-845x570.jpg 845w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Befehlsausgabe_Farbe.web_-710x479.jpg 710w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Befehlsausgabe_Farbe.web_-705x476.jpg 705w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><p id=\"caption-attachment-6901\" class=\"wp-caption-text\"><br \/><span style=\"color: #ff9900;\">Befehlsausgabe 1945; bis zur letzten Minute funktionierte der Milit\u00e4rapparat der Wehrmacht. Das Attentat vom 20. Juli 1944 blieb der einzige Versuch aus dem Offizierskorps, Hitler und den Nationalsozialismus zu beseitigen. Danach gab es nur noch kritiklose Unterordnung unter das Regime. Auch wurde der Hitlergru\u00df in der Wehrmacht als einzig zul\u00e4ssiger Gru\u00df eingef\u00fchrt und verst\u00e4rkt nationalsozialistische F\u00fchrungsoffiziere eingesetzt.<\/span><\/p><\/div>\n<p>Dennoch wurde der Harz zum Fluchtpunkt f\u00fcr 100.000 Soldaten aller Waffengattungen. In der Masse handelte es sich um demoralisierte und nur noch mangelhaft ausger\u00fcstete Einheiten. Die Luftwaffe existierte nicht mehr, schwere Gesch\u00fctze und Panzer waren kaum noch vorhanden. In allen Belangen waren die US-Truppen den deutschen weit \u00fcberlegen.<\/p>\n<p>Dazu General der Artillerie Maximilian Fretter-Pico, der am 2.4.1945 das Kommando im Wehrkreis IX (Kassel) \u00fcbernahm aus dem ein stellvertretendes Generalkommando IX. AK. gebildet wurde. Au\u00dferdem war Fretter-Pico vorr\u00fcbergehend Befehlshaber des LXVII. AK..\u00a0 Hinhaltend Widerstand leistend zog sich das stellv. IX. AK. bzw. das LXVII. AK. \u2013 beide im Laufe des R\u00fcckzugs der 11. Armee unterstellt \u2013 von Kassel \u00fcber Hann M\u00fcnden, G\u00f6ttingen, schlie\u00dflich Bad Lauterberg ostw\u00e4rts Braunlage zur\u00fcck. Fretter-Pico schilderte seine Situation schonungslos: \u201eDie Lagekarte meines Abschnittes zeigte, da\u00df es keine geschlossene Front mehr gab, gr\u00f6\u00dfere geschlossene Truppenverb\u00e4nde ebenfalls nicht. \u00d6rtliche oder operative Reserven irgendwelcher Art waren nicht vorhanden. Keinerlei r\u00fcckw\u00e4rtige Stellungen erkundet, geschweige irgendwie vorbereitet. An allen gro\u00dfen Stra\u00dfen und brauchbaren Verkehrswegen waren von der Bev\u00f6lkerung unter dem Druck der Partei Stra\u00dfensperren, taktisch meist falsch und unbrauchbar, angelegt worden. \u2026 Der Nachschub arbeitete kaum mehr. Nur die Verpflegung lief aus vorhandenen Verpflegungslagern noch gut. Es herrschte gro\u00dfer Munitionsmangel, ebenso Mangel an Nachrichtenmitteln und an Betriebsstoff. St\u00e4ndig mussten stillgelegte Kraftfahrzeuge gesprengt werden. Ersatz an Waffen und Ger\u00e4t kam nicht mehr heran. Die Schlagkraft der \u00fcberm\u00fcdeten Truppe war nur noch gering. Es herrschte f\u00fchlbarer Offiziersmangel, schwere Ausbildungsm\u00e4ngel bei Unteroffizieren und Mannschaften waren festzustellen.\u201c<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p>Den geschlagenen deutschen Restverb\u00e4nden blieb eigentlich nur sich zu ergeben \u2013 oder der R\u00fcckzug. Ein deutscher Gegensto\u00df vom Harz ins Ruhrgebiet war v\u00f6llig illusorisch. Die deutschen St\u00e4be arbeiteten trotzdem an der Idee und verlegten die im Zusammenhang mit dem 12 AOK in Aufstellung befindliche \u201eInfanterie-Division Potsdam\u201c, am 10. April von D\u00f6beritz bei Berlin \u00fcber Halberstadt nach Blankenburg. Dort sollte das 12 AOK sein vorl\u00e4ufiges Hauptquartier finden.\u00a0 Die \u201eInfanterie-Division Potsdam\u201c kam jedoch nur noch teilweise und nicht als geschlossener Verband, im Harz an. Es war ohnehin zu sp\u00e4t.<\/p>\n<p>Nach ihren letzten Versuchen sich den Amerikanern entgegenzustellen, zogen sich die dem AOK 11 unterstellten Verb\u00e4nde ins Gebirge zur\u00fcck und strebten Richtung Blankenburg.<\/p>\n<p>F\u00fcr die amerikanischen Truppen ging es darum den Harz auf schnellstem Wege zu umgehen, um in den Aufstellungsraum der 12. Armee hineinzusto\u00dfen. Damit w\u00fcrde auch das mitteldeutsche Industrierevier mit den f\u00fcr die Treibstoffproduktion wichtigen Leuna-Werken in die H\u00e4nde der Alliierten fallen. Gleichzeitig galt es die deutschen Verb\u00e4nde im Harz anzugreifen, sie in die Defensive zu treiben und ihnen ihr Widerstandspotential zu nehmen.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite legte es die Wehrmachtsf\u00fchrung darauf an, sich den Harz als Operationsraum zu erhalten und den amerikanischen Vormarsch zu stoppen oder ihn zumindest zu verz\u00f6gern. Entscheidend dabei war, das Eindringen der US-Truppen in das Gebirge zu verhindern.<\/p>\n<p>Die \u00dcberlegenheit der amerikanischen Streitkr\u00e4fte war erdr\u00fcckend und ihr Angriff verlief gleichzeitig auf breiter Front. Im S\u00fcden und Norden wurde der Harz von den Hauptkr\u00e4ften der 1. und 9. US-Armee umgangen. Den Angriff auf die deutschen Verb\u00e4nde im Harz f\u00fchrte das VII U.S. Corps, mit der 3. US-Panzerdivision, genannt \u201eSpearhead\u201c, der 1. US-Infanteriedivision, genannt \u201eBig Red One\u201c sowie der 104. US-Infanteriedivision, genannt \u201eTimberwolves\u201c.<\/p>\n<p>Die 104. US-Infanteriedivision war ein kampferprobter Gro\u00dfverband. Am 7. September 1944 in Frankreich gelandet, war die Division im Oktober an der Befreiung Belgiens und Hollands beteiligt. Im Dezember k\u00e4mpften die Timberwolves bei der Abwehr der Ardennen-Offensive und anschlie\u00dfend im H\u00fcrtgenwald, der verlustreichsten Schlacht an der Westfront im II. Weltkrieg, \u00fcber die in deutschen Nachrichten nicht berichtet werden durfte. Am 8. M\u00e4rz 1945 erreichte die Division K\u00f6ln, war an der Schlie\u00dfung des Ruhrkessels beteiligt und eroberte am 1. April Paderborn. Schlie\u00dflich \u00fcberschritt die 104. US-amerikanische Infanteriedivision als Teil des VII U.S. Corps die Weser in Richtung Harz.<\/p>\n<p>Nachdem der US-Vormarsch im Vorland zwischen S\u00fcdharz und Eichsfeld bzw. Hainleite am 8. April mit Schwung begann und die amerikanischen Truppen 30 Kilometer und mehr am Tag zur\u00fccklegten, trafen sie am 10. und 11. April auf den Widerstand deutscher Restverb\u00e4nde die sich ihnen bei Lautenthal, Osterode, Herzberg und Bad Lauterberg entgegenstellen.<\/p>\n<p>Den Angriff auf Bad Lauterberg f\u00fchrte die 104. US-amerikanische Infanteriedivision, genannt \u201eTimberwolves\u201c (dt.: Waldw\u00f6lfe). Das Divisionsemblem, das die Soldaten auf ihren \u00c4rmeln \u2013 und in einigen F\u00e4llen auch an den Helmen \u2013 trugen, zeigt den Kopf eines heulenden Wolfs. \u201eNothing in Hell must stop the Timberwolves\u201c (dt.: Nichts in der H\u00f6lle darf die Waldw\u00f6lfe stoppen) lautete die Division-Devise. Daneben wurde die 104. Infanteriedivision auch \u201eNight Fighters\u201c genannt, da die Truppe, als erste \u00fcberhaupt, im Nachtkampf ausgebildet war. In Bad Lauterberg kam es auch zu n\u00e4chtlichen Gefechten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_6889\" style=\"width: 1210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6889\" class=\"size-full wp-image-6889\" src=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Timber_aufnaeher_rund.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"1216\" srcset=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Timber_aufnaeher_rund.jpg 1200w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Timber_aufnaeher_rund-296x300.jpg 296w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Timber_aufnaeher_rund-80x80.jpg 80w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Timber_aufnaeher_rund-768x778.jpg 768w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Timber_aufnaeher_rund-36x36.jpg 36w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Timber_aufnaeher_rund-675x684.jpg 675w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Timber_aufnaeher_rund-701x710.jpg 701w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Timber_aufnaeher_rund-696x705.jpg 696w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><p id=\"caption-attachment-6889\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"color: #ff9900;\">Abzeichen der Timberwolves, als Aufn\u00e4her auf den Uniformjacken getragen. Zeitgen\u00f6ssisches Original<\/span><\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich konnten die deutschen Einheiten dem umfassenden Angriff der US-Truppen nur noch hinhaltenden Widerstand entgegensetzen. \u00dcberall wo sich deutsche Einheiten zum Kampf stellten, waren sie schnell geschlagen, nirgendwo gelang es eine Widerstandslinie zu halten. Es gab aber auch weiterhin \u00fcberzeugte Nationalsozialisten und Soldaten, die den Durchhaltebefehlen bis zuletzt Folge leisteten. Allen voran die Elite-Einheiten des NS-Staates, zu denen die Waffen-SS und die Fallschirmtruppe geh\u00f6rten. Aus ihren Resten wurden letzte einsatzf\u00e4hige Formationen zusammengestellt.<\/p>\n<p>Am 10. April marschierten die Amerikaner in Goslar ein, am 11. April in Ilsenburg. Am selben Tag fielen Osterwieck und Halberstadt ohne Gegenwehr. Auch Herzberg und Osterode wurden am 11. April nach heftigen K\u00e4mpfen eingenommen. Nordhausen und damit Mittelbau-Dora wurden ebenfalls am 11.\u00a0April 1945 durch die 1. US-Armee befreit.<\/p>\n<p>Bereits am 12. April konnten die Amerikaner einen Br\u00fcckenkopf s\u00fcdlich von Magdeburg bilden.<\/p>\n<p>An diesem Tag, an dem l\u00e4ngst alles entschieden war, begannen die K\u00e4mpfe um Bad Lauterberg. F\u00fcr die Amerikaner kam der heftige Widerstand unerwartet.<\/p>\n<h3>Die Schickert-Werke Bad Lauterberg<\/h3>\n<p>Der freischaffende Ingenieur Hellmuth Walter, besch\u00e4ftigte sich bei der Germaniawert Kiel, mit technischen Verbesserungen. Darunter fiel die Entwicklung einer neuartigen Gastrubine. Im April 1933 kam Walther auf die Idee die Gastrubine in Art einer W\u00e4rmekraftmaschine als Antrieb in ein neues schnelles U-Boot einzusetzen. Als Energietr\u00e4ger sollte hochprozentiges Wasserstoffsuperoxid, heute Wasserstoffperoxid (H<sub>2<\/sub>0<sub>2<\/sub>), als genutzt werden. Eine technisch bahnbrechende Erfindung. Bereits Ende des Jahres erhielt Walther den Auftrag, einen Entwurf f\u00fcr ein solches U-Boot auszuarbeiten.<\/p>\n<p>Damit begann die Geschichte des Walther-Antriebs. D.h. U-Boot-Antrieb, Schnellboote, Torpedos, die Rakete V 2, der erste D\u00fcsenj\u00e4ger Messerschmidt 262, der Raketenj\u00e4ger Messerschmidt 163, wegen seiner Gr\u00f6\u00dfe und gedrungenen Form, \u201eKraftei\u201c oder \u201eKomet\u201c genannt, die Fl\u00fcgelbombe V 1, die Flakabwehrrakete \u201eEnzian\u201c, der Raketenj\u00e4ger \u201eNatter\u201c \u2013 alle sp\u00e4teren \u201eWunderwaffen\u201c des NS-Staates basierten auf diesem Antrieb.<\/p>\n<p>Produktionsst\u00e4tten f\u00fcr die n\u00f6tigen Mengen des hochprozentigen Wasserstoffsuperoxids, zu Tarnung \u201eT-Stoff\u201c genannt, mussten erst geschaffen werden. Wobei von vornherein alles, was mit dem T-Stoff zu tun hatte strenger Geheimhaltung unterlag.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_6887\" style=\"width: 1210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6887\" class=\"size-full wp-image-6887\" src=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Hell-Dogs.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"1695\" srcset=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Hell-Dogs.jpg 1200w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Hell-Dogs-212x300.jpg 212w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Hell-Dogs-768x1085.jpg 768w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Hell-Dogs-1087x1536.jpg 1087w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Hell-Dogs-1062x1500.jpg 1062w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Hell-Dogs-484x684.jpg 484w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Hell-Dogs-503x710.jpg 503w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Hell-Dogs-499x705.jpg 499w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Hell-Dogs-906x1280.jpg 906w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><p id=\"caption-attachment-6887\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"color: #ff9900;\">Der Antrieb von U-Booten, Torpedos, V(ergeltungs)-Waffen und geheimen R\u00fcstungsprojekte in der Endphase des II. Weltkrieges basierte auf T-Stoff. Die weltweit gr\u00f6\u00dfte Produktionsst\u00e4tte waren die Schickert-Werke im Odertal bei Bad Lauterberg. Ziel der V-Waffen war Terror gegen die Zivilbev\u00f6lkerung. London und andere St\u00e4dte sollten in Schutt und Asche gelegt werden, um die Kriegsmoral zu ersch\u00fcttern. Titelbild eines deutschen Flugblatts das \u00fcber England abgeworfen wurde.<\/span><\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach einigem Suchen kam man auf die Standorte Odertal bei Bad Lauterberg und Rhumspringe. Die kontinuierliche Wasserversorgung durch die Odertalsperre bzw. die Rhume zur K\u00fchlung der Elektrolyse und zur Erzeugung von Wasserdampf war gew\u00e4hrleistet.<\/p>\n<p>Beide Orte lagen zentral im Deutschen Reich und es gab keine wichtige Industrie, die f\u00fcr feindliche Spionage und strategische Bomberangriffe in Frage kam. Zudem war die Anlage in Bad Lauterberg durch ihre Lage hinter dem langestreckten Bergzug des Bischofshals gegen m\u00f6gliche Tieffliegerangriffe gesch\u00fctzt.<\/p>\n<p>Im Odertal existierte ein Gleisanschluss zur Stichstrecke (eingleisiger Verkehr) St. Andreasberg\/Silberh\u00fctte \u2013 Scharzfeld und damit zum Bahnanschluss Northeim \u2013 Nordhausen. Einen \u00e4hnlicher Gleisanschluss Richtung Herzberg gab es in Rhumspringe.<\/p>\n<p>Planung und Aufbau des gro\u00dfen Industriekomplexe wurde der Firma Schickert \u00fcbertragen und zum Unternehmensf\u00fchrer und Direktor Otto Schickert ernannt.<\/p>\n<p>Die Werke in Bad Lauterberg und Rhumspringe waren Tochterunternehmen der Elektrochemischen Werke M\u00fcnchen AG (H\u00f6llriegelskreuth), wo ebenfalls ein Produktionsstandort f\u00fcr T-Stoff entstand.<\/p>\n<p>Im Dezember 1938 gab das Reichsluftfahrtministerium die Order das der \u201eAusbau des Werkes Lauterberg sofort in vollem Umfang (d.h. alle 5 Einheiten) erfolgen\u201c sollte und \u201eMit der Projektierung eines zweiten Werkes von 5 Einheiten (Rhumspringe) soll sofort begonnen werden. Diese Arbeiten sind mit gr\u00f6\u00dftm\u00f6glicher Beschleunigung durchzuf\u00fchren\u201c.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Mit dem Bau der ersten Produktionshalle wurde im Januar 1939 begonnen. Zum Gesamtkomplex der Schickert Werke in Bad Lauterberg z\u00e4hlten zirka 100 Geb\u00e4ude. Herzst\u00fcck waren aber die f\u00fcnf Produktionshallen mit dem Tarnnahmen \u201eAnlage Z\u201c.<\/p>\n<p>Die Produktion von T-Stoff begann im Januar 1941. W\u00e4hrend des laufenden Betriebes gingen die Bauarbeiten an den anderen Hallen weiter, sie stiegen nach und nach in die Produktion ein. Bedingt durch den Krieg wurden Facharbeiter rar. Schickert f\u00fcllte die L\u00fccke \u00fcber die Arbeitsvermittlung Wolfsburg, wo er zun\u00e4chst 350 Italiener anforderte. Dort waren seit Februar 1939 ca. 2.000 Italiener beim Bau des Volkswagenwerkes t\u00e4tig. Diese Fachleute kamen im April 1941 ins Odertal. Halle 5 konnte aber erst im Dezember 1944 endg\u00fcltig fertig gestellt werden.<\/p>\n<p>Bis 1944 arbeiteten in den Schickert-Werken etwas mehr als 1.200 Arbeiter und Angestellte. F\u00fcr die allgemeine \u00dcberwachung des Personals sorgte der Marinedienst.<\/p>\n<p>Wobei die Arbeiter ausgesucht wurden und es als Privileg galt ein \u201eGefolgschaftsmitglied\u201c bei Schickert zu sein. Anfangs arbeiteten nur \u201eParteigenossen\u201c bzw. Angeh\u00f6rige der SA bei Schickert. Hunderte von Arbeitern pendelten aus den umliegenden Orten tagt\u00e4glich ein.<\/p>\n<p>Ein Teil der Gefolgschaftsmitglieder bekam die M\u00f6glichkeit in Bad Lauterberg ein kleines Haus mit Grundst\u00fcck zu erwerben, das man dann durch jahrelangen Lohnabzug abbezahlen sollte. In der Aue entstanden 24 Doppelh\u00e4user, das Neubaugebiet erhielt den Namen Zechenstra\u00dfe.<\/p>\n<p>Zur Geheimhaltung waren auch die einfachen Arbeiter verpflichtet. Genaue Kenntnis \u00fcber die Fertigungsproduktion und die Verwendung hatten nur ganz wenige Personen. Nach au\u00dfen hin wurde von der Produktion von Backhilfe bzw. einer Verseifungsanlage im Rahmen des Vierjahresplans gesprochen. Aus Gr\u00fcnden der Geheimhaltung wurde auch keine SS zur Sicherung der Anlage eingesetzt, sondern ein Werkschutz in unauff\u00e4lliger grauer Uniform, der oft auch in Zivil auftrat. Das Werk sollte keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen, weshalb dort auch keine KZ-H\u00e4ftlinge zum Einsatz kamen.<\/p>\n<p>Mit Beginn des Krieges \u00e4nderte sich die Lage. Mehr und mehr Gefolgschaftsmitglieder meldeten sich freiwillig bei der Wehrmacht oder wurden eingezogen.<\/p>\n<p>Das f\u00fchrte zum Einsatz von 400 sogenannte Fremdarbeiter_innen, aus Russland und der Ukraine. Sie waren mit Versprechungen freiwillig geworben worden, wurden in Deutschland aber als billige Arbeitskr\u00e4fte \u00e4hnlich wie Gefangene behandelt. Kenntlich waren sie durch ein blaues Rechteck mit dem Wort \u201eOst\u201c, wei\u00df im wei\u00dfen Rand, an der Kleidung. Zu den Fremdarbeiter_innen z\u00e4hlten auch Holl\u00e4nder und etwa 30 bis 40 Flamen (M\u00e4nner und Frauen). Diese mussten kein Abzeichen an der Kleidung tragen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_6888\" style=\"width: 1144px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6888\" class=\"size-full wp-image-6888\" src=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Ost_Aufnaeher.web_.jpg\" alt=\"\" width=\"1134\" height=\"1386\" srcset=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Ost_Aufnaeher.web_.jpg 1134w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Ost_Aufnaeher.web_-245x300.jpg 245w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Ost_Aufnaeher.web_-768x939.jpg 768w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Ost_Aufnaeher.web_-560x684.jpg 560w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Ost_Aufnaeher.web_-581x710.jpg 581w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Ost_Aufnaeher.web_-577x705.jpg 577w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Ost_Aufnaeher.web_-1047x1280.jpg 1047w\" sizes=\"auto, (max-width: 1134px) 100vw, 1134px\" \/><p id=\"caption-attachment-6888\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"color: #ff9900;\">Aufn\u00e4her \u201eOst\u201c f\u00fcr \u201eFremdarbeiter\u201c bzw. Arbeiterinnen aus Russland und der Ukraine, die an der Kleidung zu tragen waren. \u201eWest\u201c-Aufn\u00e4her f\u00fcr Arbeitskr\u00e4fte aus Belgien und Holland gab es nicht.<\/span><\/p><\/div>\n<p>Die ausl\u00e4ndischen Arbeiterinnen und Arbeiter waren in einem Lager au\u00dferhalb des Werkgel\u00e4ndes untergebracht und wurden jeden Tag von einer Wachmannschaft hin und her eskortiert. Da einige aus Schw\u00e4che in die Maschinen zu fallen drohten, wurde die zun\u00e4chst nicht ausreichende Ern\u00e4hrungslage verbessert, was sich auch auf die Motivation und die Arbeitsleistungen auswirkte. F\u00e4lle von Sabotage wurden nicht bekannt. Gearbeitet wurde rund um die Uhr in drei Schichten.<\/p>\n<p>Obwohl es im Odertal auch Kriegsgefangenlager gab, wurden Gefangene aus Sicherheitsgr\u00fcnden nicht bei Schickert eingesetzt. Anders als im benachbarten Metallwerk Odertal, wo Munition produziert wurde.<\/p>\n<p>Nach einigen Verz\u00f6gerungen begannen im April 1943 die Arbeiten an den Schickert-Werken in Rhumspringe. Da deutsche Fachkr\u00e4fte und Arbeiter kaum noch vorhanden waren, wurden einige hundert Italiener zum Bau eingesetzt, bald kamen Holl\u00e4nder und Polen hinzu, die dann mit franz\u00f6sischen und russischen Kriegsgefangenen weiter aufgestockt wurden. Die Anlage in Rhumspringe wurden nur zum Teil fertiggestellt und ging nicht mehr in den Betrieb.<\/p>\n<p>Anders in Bad Lauterberg, wo die weltweit gr\u00f6\u00dfte Industrieanlage zur Herstellung von konzentriertem Wasserstoffsuperoxid unerkannt und kontinuierlich T-Stoff lieferte.<\/p>\n<p>Noch gr\u00f6\u00dfere Bedeutung erlangte der R\u00fcstungsstandort im Harz, nachdem am 19. Juli 1944 das Stammwerk zur T-Stoffproduktion bei einem Bombenangriff auf M\u00fcnchen zerst\u00f6rt wurde. Die Elektrochemische Werke in H\u00f6llriegelskreuth lag in Tr\u00fcmmern und konnte nicht wieder aufgebaut werden.<\/p>\n<p>Auf das Werk im Odertal fiel keine Bombe. Erst am 4. April 1945, kurz bevor die amerikanischen Truppen das Werk erreichten, wurde der Betrieb eingestellt.<\/p>\n<p>Dass Schickert-Werk sollte unzerst\u00f6rt bleiben. Eine entsprechende telefonische Anordnung vom Ministerium Speer aus Berlin erging am 10. April. Laut Befehl sollte die Anlage weder gesprengt oder anderw\u00e4rtig unbrauchbar gemacht \u2013 noch verteidigt werden, jede Besch\u00e4digung war zu vermeiden. Oberst K\u00f6ttgen vom R\u00fcstungskommando Hannover best\u00e4tigte diese Mitteilung schriftlich, die kurz darauf dem Kampfkommandanten von Bad Lauterberg, Major Rudolf Berneike, vorgelegt werden konnte. Auf das Werksgel\u00e4nde fielen nur etwa 20 verirrte Werfer Granaten, die kaum Schaden anrichteten.<\/p>\n<p>Nachdem Bad Lauterberg von der US-Armee eingenommen war, zogen sich die Fallschirmj\u00e4ger befehlsm\u00e4\u00dfig zur\u00fcck, ohne dass es im Odertal zu Kampfhandlungen kam. Die Schickert-Werke blieben unbesch\u00e4digt.<\/p>\n<h3><strong>Fallschirmj\u00e4ger<\/strong><\/h3>\n<p>Fallschirmj\u00e4ger geh\u00f6rten zu den Elite-Einheiten des nationalsozialistischen Regimes. Hervorgegangen war diese Truppengattung aus der 1933 vom Preu\u00dfischen Innenmister Hermann G\u00f6ring aufgestellten \u201ePolizeiabteilung z.b.V. (zur besonderen Verwendung) Wecke\u201c, der \u201eLandespolizeigruppe General G\u00f6ring\u201c und Teilen der SA-Standarte \u201eFeldherrenhalle\u201c. All diese Formationen bestanden aus \u00fcberzeugten Nationalsozialisten. Ausschlie\u00dflich aus dieser \u201eElite\u201c wurden Ende 1935 Freiwillige f\u00fcr die am 29. Januar 1936 neu aufzustellende Fallschirmtruppe gesucht.<\/p>\n<p>Der Anteil \u00fcberzeugter Nazis bei der Fallschirmtruppe war nur mit der Waffen-SS vergleichbar. Das Offizierskorps und die \u00e4lteren Veteranen rekrutierten sich fast ausnahmslos aus NSDAP-Mitgliedern.<\/p>\n<p>Am 2. M\u00e4rz 1944 wurde im Raum Reims (Frankreich), die 5. Fallschirmj\u00e4ger-Division als Gro\u00dfverband der Luftwaffe neu aufgestellt. Sie gliederte sich in elf Regimenter, darunter auch das Fallschirmj\u00e4ger-Regiment (FjRgt) 15 und das Fallschirm-Pionier-Bataillon 5. Ein Bataillon umfasst 300 bis 1.200 Mann.<\/p>\n<p>Der Verband war an der Invasionsfront eingesetzt worden und hatte dort bereits schwere Verluste erlitten. Mit neuen Rekruten aufgefrischt, nahm die 5. Fallschirmj\u00e4ger-Division an der Ardennen Offensive teil und erlitt erneut erhebliche Verluste. Schlie\u00dflich geh\u00f6rte sie zu den Verb\u00e4nden die Ende M\u00e4rz 1945 im Ruhrgebiet zusammengezogen wurden. In den erbittert gef\u00fchrten K\u00e4mpfen wurde die 5. Fallschirmj\u00e4ger-Division aufgerieben. Nur wenigen gelang es aus dem Kessel zu entkommen. Darunter Teile des FjRgt 15 mit dem Fallschirm-Pionier-Bataillon 5 unter Major Berneike. Erneut kamen sie gegen die am 26. M\u00e4rz bei den K\u00e4mpfen gegen die aus dem Br\u00fcckenkopf von Remagen ausbrechenden amerikanischen Divisionen zum Einsatz. Dabei wurde das FjRgt 15 von der 5. Fallsch. Div. abgesprengt und in die 11. Armee eingegliedert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_6904\" style=\"width: 1002px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6904\" class=\"size-full wp-image-6904\" src=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Fallschirm_Wald_processed.web_.jpg\" alt=\"\" width=\"992\" height=\"745\" srcset=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Fallschirm_Wald_processed.web_.jpg 992w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Fallschirm_Wald_processed.web_-300x225.jpg 300w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Fallschirm_Wald_processed.web_-768x577.jpg 768w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Fallschirm_Wald_processed.web_-845x635.jpg 845w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Fallschirm_Wald_processed.web_-710x533.jpg 710w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Fallschirm_Wald_processed.web_-705x529.jpg 705w\" sizes=\"auto, (max-width: 992px) 100vw, 992px\" \/><p id=\"caption-attachment-6904\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"color: #ff9900;\">Fallschirmj\u00e4ger, zu erkennen an ihren randlosen Helmen, geh\u00f6rten zu den letzten Elite-Einheiten des NS-Staates die im Harz k\u00e4mpften.<\/span><\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Chef des Regiments, Major Rudolf Berneike war seit 1935 Berufssoldat und hatte den Krieg vom ersten Tage an mitgemacht. Zun\u00e4chst war er beim Kampfgeschwader 27. Anfang 1944, nach seiner vierten Verwundung, wurde Berneike als Hauptmann zu den Fallschirmj\u00e4gern versetzt. Im Februar 1945 erfolgte die Bef\u00f6rderung zum Major, gleichzeitig erhielt er das Kommando \u00fcber das FjRgt 15. Berneike geh\u00f6rte zu denen, die den Krieg nicht aufgeben wollten. Er war Tr\u00e4ger der silbernen silberne Nahkampfspange f\u00fcr 68 nachgewiesene Nahkampftage. Als Kommandeur des 15. FjRgt des 5 FJD wurde Berneike am 1. Januar 1945 das Deutsche Kreuz in Gold verliehen. Am 15. M\u00e4rz 1945 erhielt er das Ritterkreuz, die h\u00f6chste Kriegsauszeichnung des NS-Staates.<\/p>\n<h3>Vorboten des Unheils<\/h3>\n<p>Das die Front n\u00e4her r\u00fcckte nahm man in Bad Lauterberg durch deutsche Truppen wahr, die sich ab Anfang April in den Harz zur\u00fcckzogen. Mehr und mehr Einheiten, teilweise mit Fahrzeugen, viele aber marschierend, durchquerten die Stadt. Man war in Eile. Ein deutscher Panzer blieb auf der Stra\u00dfe vor den Baryt-Werken liegen. Niemand reparierte ihn mehr \u2013 Kinder funktionierten den Stahlkoloss bald zum Spielger\u00e4t um.<\/p>\n<p>In den Kolonnen, die in den Harz marschierten, waren auch Soldaten ohne Waffen. Eine Bad Lauterbergerin, die das sah, fragte die Landser verwundert: \u201eWomit wollt ihr denn schie\u00dfen?\u201c \u201eMit Erbsen\u201c<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>, kam es postwendend zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Je tiefer sich die Truppen in den Harz zur\u00fcckzogen, umso deutlicher wurden die Aufl\u00f6sungserscheinungen. Noch Jahre sp\u00e4ter konnte man bei Niedrigwasser zahllose deutsche Stahlhelme im Schlamm des Oderstausees auftauchen sehen.<\/p>\n<div id=\"attachment_6884\" style=\"width: 1210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6884\" class=\"size-full wp-image-6884\" src=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/S15_Familie_Ludwig.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"863\" srcset=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/S15_Familie_Ludwig.jpg 1200w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/S15_Familie_Ludwig-300x216.jpg 300w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/S15_Familie_Ludwig-768x552.jpg 768w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/S15_Familie_Ludwig-845x608.jpg 845w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/S15_Familie_Ludwig-710x511.jpg 710w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/S15_Familie_Ludwig-705x507.jpg 705w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><p id=\"caption-attachment-6884\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"color: #ff9900;\">Oft das letzte gemeinsame Familienfoto, der Vater stolz in Uniform auf Fronturlaub, kurz darauf jahrelang im Krieg und dann in Gefangenschaft oder gefallen; Frau und Kinder in der Heimat auf sich gestellt, am Kriegsende im Bunker und Not. \u201eFamilie Ludwig \u2013 Bad Lauterberg im Harz \u2013 um 1944\u201c, nach einer alten Fotografie, Kunst und Kampf\/Bernd Langer, \u00d6l auf Leinwand, 50 cm x 70 cm, 1998.<\/span><\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Von den Bombenangriffen auf die gro\u00dfen Industriezentren war man in Bad Lauterberg durch die vielen aus dem Rheinland, Hannover und anderen St\u00e4dten Evakuierten aus erster Hand informiert. Die Harzstadt selbst hatte gro\u00dfes Gl\u00fcck. Die Geheimhaltung bez\u00fcglich der Schickert-Werke funktionierte.<\/p>\n<p>F\u00fcr verheerende Bombardierungen in den letzten Kriegstagen gab es in der Umgebung Beispiele. Nachdem die gro\u00dfen St\u00e4dte und Industriezentren von Alliierten Fl\u00e4chen-Bombardements zerst\u00f6rt und teilweise bereits erobert waren, verlegte sich das Command der Royal Air Force auf die kleineren, noch nicht besetzten St\u00e4dte. Auch wenn dies keinerlei milit\u00e4rischen Zwecke erf\u00fcllte. Ziel diese zeitgen\u00f6ssisch als \u201eTerrorangriffe\u201c bezeichneten Strategie war es, die Zivilbev\u00f6lkerung zu treffen. Selbst St\u00e4dte, die wenige Tage sp\u00e4ter von alliierten Truppen besetzt wurden, ereilte oft noch das Schicksal. Nordhausen trafen am 3. und 4. April zwei verheerende Luftangriffe. Insgesamt 2.386 Tonnen Bomben zerst\u00f6rten \u00fcber 75 Prozent der Kreisstadt und forderten mindestens 8.800 Menschenleben. Halberstadt war am 8. April durch mehrere Bombenangriffe fast zur H\u00e4lfte zerst\u00f6rt worden, mehr als 2.000 Menschen fanden den Tod. Von solchen Verheerungen blieb Bad Lauterberg verschont. Das lag vor allem an der Gr\u00f6\u00dfe der Stadt. Halberstadt z\u00e4hlte offiziell 57.200 Einwohner, Nordhausen 42.580 Einwohner, Bad Lauterberg hatte hingegen lediglich 8.140 Einwohner. Damit war die Stadt schlichtweg zu klein um als Ziel f\u00fcr das Bomber Command in Frage zu kommen. Wenn allerdings bekannt gewesen w\u00e4re, dass sich die weltweit gr\u00f6\u00dfte T-Stoff-Produktionsanlage im Odertal befand, w\u00e4re von der Fabrik und Bad Lauterberg nicht viel \u00fcbriggeblieben.<\/p>\n<p>Aber auch ohne Fl\u00e4chenbombardement hielt der Krieg in der Harzstadt furchtbare Ernte.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr stand Montag, der 9. April 1945. In der Stadt bot sich das mittlerweile gewohnte Bild durchziehender deutscher Einheiten. Aber es war wolkig, so dass keine Gefahr durch alliierte Tiefliegerangriffe drohte. Doch am Nachmittag riss die Wolkendecke auf. Bei klarer Sicht kreiste ein einzelner Jagdbomber am Himmel \u00fcber der Aue. Es gab kein Flakfeuer. Das fast friedliche Bild t\u00e4uschte. Unter sich entdeckte der Pilot eine Menschenschlange. Vor der B\u00e4ckerei Hille an der Scharzfelder Stra\u00dfe, bei der Gastst\u00e4tte \u201eGoldene Aue\u201c, sollte es Brot auf Marken geben. Vor allem Frauen und Kinder warteten auf ihre Rationen. B\u00e4ckermeister Hille schob gerade das Brot in den vorgeheizten Ofen, als der Flieger angriff. Im letzten Moment nahmen die Menschen die Gefahr wahr, versuchten schreiend auseinanderzulaufen als zwei genau gezielte Bomben in das Geb\u00e4ude einschlugen. Blitzende Detonationen, Rauchs\u00e4ulen; au\u00dfer Tr\u00fcmmern blieb von der B\u00e4ckerei nichts \u00fcbrig und es bot sich ein Bild des Grauens. Staub, Blut, verst\u00fcmmelte Menschen, einige t\u00f6dlich Getroffene richteten sich noch einmal auf, bevor sie tot zusammenbrachen. Ein Zeitzeuge beschrieb die Situation so \u201eFrau Hille stand auf dem Tr\u00fcmmerhaufen. Sie hatte sich zuf\u00e4llig in der Mehlkammer hinter der Backstube aufgehalten, als die Bomben fielen und war daher unverletzt geblieben. Herr Hille war zun\u00e4chst nicht zu finden. Die Druckwelle hatte die Wand des Backhauses eingedr\u00fcckt, und er lag eingeklemmt mit einem Bein an der hei\u00dfen Ofent\u00fcr. Seine Tochter fanden wir auf dem Hof. Sie war tot. Frau Rab, die mit ihrer Tochter im 1. Stock \u00fcber dem Laden wohnte, wurde nie gefunden. Die Bomben waren \u2013 wie sich sp\u00e4ter herausstellte \u2013 unmittelbar neben dem Laden in die Wohnstube eingeschlagen. Auch in das Nachbarhaus wurde ein gro\u00dfes Loch gerissen.\u201c<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Viele Verletzte und insgesamt 37 Leichen wurden geborgen. Der 15-j\u00e4hrige G\u00fcnther Giersdorf erlag erst 14 Tage sp\u00e4ter seinen Verwundungen.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/p>\n<p>Die teilweise entsetzlich entstellten Leichen wurden auf dem Gel\u00e4nde der benachbarten Blechwarenfabrik zusammengetragen. Bad Lauterberger die Angeh\u00f6rige vermissten mussten die Toten identifizieren. Vor den K\u00e4mpfen um die Stadt, war es nicht mehr m\u00f6glich, die Toten zu beerdigen.<\/p>\n<h3><strong>Bad Lauterberg wird verteidigt<\/strong><\/h3>\n<p>Am 11. April 1945 besetzten die 5. Fallschirmj\u00e4ger-Division unter Befehl von Major Berneike Bad Lauterberg. Der zum Stadtkommandanten ernannte Berneike verf\u00fcgte \u00fcber drei Kompanien, eine lag am Nordrand bei Scharzfeld; zwei Kompanien befanden sich in Bad Lauterberg. \u00dcber die Anzahl der Soldaten existieren unterschiedliche Angaben. Meist ist von insgesamt zirka 100 Fallschirmj\u00e4gern die Rede, einige Quellen beziehen diese Zahl aber lediglich auf das Fallschirm-Pionier-Bataillon 5. Dazu kam eine Infanterieeinheit aus Versprengten. Wenn auch die genaue Anzahl der Soldaten \u00fcber die Berneike den Befehl hatte unbekannt ist, k\u00f6nnen es nur einige wenige hundert gewesen sein. Au\u00dfer einem Flak-Gesch\u00fctz in der Aue ist auf deutscher Seite \u00fcber weitere Artillerie nichts bekannt. D.h. es standen nur Panzerf\u00e4uste und andere Infanteriewaffen zur Verf\u00fcgung. Auch wenn die Ausr\u00fcstung mit dem Sturmgewehr 44 f\u00fcr die Zeit modern war, blieb die milit\u00e4rische Verteidigung von Bad Lauterberg von vornherein ein v\u00f6llig aussichtsloses Unterfangen. Berneike sollte die Stadt aber so lange als m\u00f6glich halten. Ihm war mittgeteilt worden, dass bald eine Verst\u00e4rkung von 1.000 Mann eintreffen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Neben den regul\u00e4ren Milit\u00e4reinheiten war auch der Volkssturm aufgerufen. Wenn dieser zum Einsatz gekommen sein sollte, dann wohl nur zu Unterst\u00fctzung in Form vom Bau von Panzersperren u. \u00e4. Von einer Beteiligung an den K\u00e4mpfen ist nichts bekannt.<\/p>\n<p>Von Anfang an gab es auch Stimmen, die sich gegen eine Verteidigung der Stadt aussprachen. Darunter war sogar der Ortsgruppenleiter Wilhelm K\u00fchnhold.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Ganz anderer Meinung war B\u00fcrgermeister Otto Hachmeister. Das SS-Mitglied wollte Bad Lauterberg um keinen Preis kampflos aufgeben.<\/p>\n<p>Gegen 16 Uhr wurde eine st\u00e4dtische Abordnung in Berneikes Gefechtsstand, der sich in der Volksbank (heute Schulstra\u00dfe 52) befand, vorstellig. Als Sprecher trat der 1. Beigeordnete (stellvertretende B\u00fcrgermeister) Peschau auf. Er bat Berneike mit den Worten: \u201eIch bin 72 Jahre alt, mein Leben ist verwirkt. Ich bitte nicht um mein Leben, sondern f\u00fcr das von 8.000 bis 10.000 Personen, vor allem der Alten, Kinder, sowie der vielen Bombenfl\u00fcchtlinge aus dem Rheinland, Hannover, usw.,\u201c<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> auf die Verteidigung zu verzichten. F\u00fcr Berneike stellten diese \u00c4u\u00dferung Def\u00e4tismus dar. Peschau wurde sofort verhaftet und der Stadtkommandant wollte ihn erschie\u00dfen lassen. Die Exekution konnte durch den vehementen Einspruch einiger Bad Lauterberger B\u00fcrger abgewendet werden. Freiwillig w\u00fcrde Berneike nicht einlenken.<\/p>\n<h3>Erheblicher Widerstand<\/h3>\n<p>Am Vormittag des 11. April stie\u00df eine Kampfgruppe der 3. US-Panzerdivision aus dem Raum Silkerode kommend auf Bartolfelde vor. Am Dorfrand hatten sich Fallschirmj\u00e4ger und eine Einheit Waffen-SS mit einem Pak-Gesch\u00fctz verschanzt. Als der Spitzenpanzer auf der H\u00f6he des Hangs, ein Flurname, auftauchte, schossen die deutschen Soldaten ihn um 9:43 Uhr ab. Sofort zogen sich die Amerikaner zur\u00fcck und forderten Luftunterst\u00fctzung an. Binnen acht Minuten, um 9:51 Uhr, bombardierten acht Jagdbomber die Stellung am Ortseingang und setzten ihre Bordwaffen ein. Zwei Geb\u00e4ude gerieten in Brand, weitere wurden besch\u00e4digt. Den Fallschirmj\u00e4gern blieb nur der R\u00fcckzug in Richtung Bad Lauterberg und die Kampfgruppe der 3. US-Panzerdivision besetzte Bartolfelde. Von hier ging es f\u00fcr die Einheit aber nicht in Richtung Bad Lauterberg weiter. Die 3. US-Panzerdivision schwenkte in Richtung Tettenborn ein. Bartolfelde wurde von der 104. US-Infanteriedivision \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>Einen direkten Vorsto\u00df \u00fcber die Reichsstra\u00dfe 27 (heute B 27) von Scharzfeld nach Bad Lauterberg wollten die Timberwolves nicht f\u00fchren. Am damaligen Hotel Zoll vorbei f\u00fchrte die Stra\u00dfe direkt am Waldrand entlang und machte vor dem Ortseingang Bad Lauterberg eine scharfe Rechtskurve, im Volksmund als Schrottkurve bekannt. Das war von S\u00fcden aus der Einzige Zugang zur Stadt.<\/p>\n<p>Im Jahr 1945 endete die Stra\u00dfe auf dem Oderfeld beim S\u00e4gewerk Bl\u00f6dhorn als Sackgasse. Dahinter floss die Oder und war ein breiter Streifen Auenwald. \u00dcber das weitverzweigte, sumpfige Gel\u00e4nde lie\u00df sich kein Angriff mit Panzern f\u00fchren.<\/p>\n<p>Der w\u00e4re nur \u00fcber die R 27 m\u00f6glich gewesen. Die war aber mit Panzersperren und einer 8,8 cm Flak in der N\u00e4he der Kurve gut gesichert. Ein Angriff an dieser Stelle w\u00e4re verlustreich gewesen. Doch der Engpass war leicht zu Umgehen, wenn man der Barbiser Stra\u00dfe nach dem keine f\u00fcnf Kilometer entfernte Bartolfelde folgte und von dort Angriff.<\/p>\n<p>Die Oderbr\u00fccke beim Hotel Zoll bei Barbis war zwar beim deutschen R\u00fcckzug gesprengt worden aber die hier sehr flache Oder stellte f\u00fcr Fahrzeuge kein Hindernis da. Barbis selbst war nicht verteidigt und wohl bereits unter Kontrolle der 3. US-Panzerdivision die nun den Timberwolves das Feld \u00fcberlie\u00dfen.<\/p>\n<p>In Bad Lauterberg alarmierte die Polizei die Bev\u00f6lkerung am 11. April gegen 17 Uhr und forderte sie auf, mit Proviant f\u00fcr drei Tage ausgestattet ihre H\u00e4user zu verlassen und die Stadt zu r\u00e4umen. Gro\u00dfe Bunker waren beim Bahnhof am Eichenkopf, am Hausberg, am Scholben, an der Koldung und im Heibeektal vorhanden. Wer hier keinen Platz fand, suchte Unterschlupf in den umliegenden T\u00e4lern.<\/p>\n<p>Jeder musste sein \u00fcberleben selbst organisieren. An eine Lebensmittel- oder Medizinische-Versorgung der Zivilbev\u00f6lkerung war nicht zu denken. Wer konnte, f\u00fchrte Ziegen und K\u00fche mit in die W\u00e4lder, wo die Fl\u00fcchtlinge unter freiem Himmel campierten. Zum Gl\u00fcck herrschte sonniges Fr\u00fchlingswetter. Zwar waren die N\u00e4chte kalt, aber es regnete wenigstens nicht.<\/p>\n<p>Es bedarf nicht viel Fantasie sich auszumalen, was eine solche Situation insbesondere f\u00fcr alte Menschen und kleine Kinder bedeutete. Hinzu kamen Unsicherheiten. Beschuss war man hilflos ausgeliefert. Tats\u00e4chlich gab es Verletzte durch verirrte Granaten. Bald gingen Ger\u00fcchte von Pl\u00fcnderungen durch Fremdarbeiter und ausgebrochene Kriegsgefangene um.<\/p>\n<p>Wo sich Schutzr\u00e4ume f\u00fcr die Kriegsgefangenen und Arbeitssklaven befanden ist nicht \u00fcberliefert \u2013 in den gro\u00dfen Bunkern fanden sie jedenfalls keinen Platz. Doch au\u00dfer den \u00f6ffentlichen Bunkern existierten firmeneigene Schutzr\u00e4ume, darunter auch einige recht gro\u00dfe wie bei den Schickert-Werken und einige kleinere, privat angelegte bzw. beh\u00f6rdliche.<\/p>\n<p>Am sichersten schienen die gro\u00dfen \u00f6ffentlichen Bunker zu sein, die sofort \u00fcberbelegt waren. Beispielsweise war der Bunker im Scholben f\u00fcr 300 Menschen ausgelegt aber mit mehr als 1.000 belegt.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Denn neben der berechneten Einwohnerzahl gab es viele Evakuierte und Fl\u00fcchtlinge in der Stadt. Zun\u00e4chst vollzog sich aber alles in Ruhe, und jeder war froh, wenn er einen Platz im Bunker ergattert hatte.<\/p>\n<p>Die Zivilisten hatten die Stadt rechtzeitig ger\u00e4umt und sich in Sicherheit gebracht. Denn am Morgen des 12. April setzte die 104. US-Infanteriedivision ihren Vormarsch \u00fcber Barbis fort und schwenkte bei Bartolfelde auf Bad Lauterberg ein.<\/p>\n<p>Starkes Abwehrfeuer von den H\u00f6hen des Butterbergs zwang die Amerikaner, ihren Vormarsch einzustellen. Auch ein Versuch, durch das Wiesenbektal vorzudringen, wurde von den Fallschirmj\u00e4gern abgewiesen.<\/p>\n<p>Daraufhin zogen die US-Truppen Artillerie heran die sie zwischen Barbis und Bartolfelde stationierten und begannen mit dem Beschuss der deutschen Stellungen. Erste Granaten schlugen in Bad Lauterberg ein und setzten Geb\u00e4ude in der Hauptstra\u00dfe und Schulstra\u00dfe in Brand.<\/p>\n<p>Sp\u00e4htrupps der Timberwolves erkundeten das Gel\u00e4nde und fanden \u00fcber die H\u00f6hen zwischen Bartolfelde und Barbis g\u00fcnstige Ausgangpositionen f\u00fcr den Angriff auf die Stadt. In den n\u00e4chtlichen Morgenstunden des 13. April, stieg das 3. Bataillon des 413 Infanterie Regiment \u201eSeagulls\u201c (dt.: Stumm\u00f6ven) hier an den Stadtrand hinab und drang \u00fcber die Oder in die s\u00fcdlichen Stadtteile, die Aue, ein. Die Devise der \u201eSeagulls\u201c lautete \u201eFortior ex asperis\u201c (sinngem\u00e4\u00df: Was uns nicht umbringt, macht uns h\u00e4rter). Ihr Angriff traf auf erheblichen deutschen Widerstand. Nur unter Verlusten kamen die Amerikaner voran, so wurde ein Sherman-Panzer von den Fallschirmj\u00e4gern mit einer Panzerfaust abgeschossen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend in den Stra\u00dfen gek\u00e4mpft wurde, herrschten in den Bunkern katastrophale Zust\u00e4nde.<\/p>\n<p>Als sanit\u00e4re Einrichtungen gab es lediglich einige Abortk\u00fcbel, die nach kurzer Zeit gef\u00fcllt, weder zu benutzen waren noch ausgelehrt werden konnten. Die Notdurft musste in den Ecken des Bunkers verrichtet werden, in K\u00fcrze machte sich ein bestialischer Gestank breit. An ausreichende L\u00fcftung bei \u00dcberbelegung war bei der Konzeption der Bunker nicht gedacht worden. So dass es nicht nur Stank, sondern die Luft stickig und sauerstoffarm war. Etliche Menschen wurden durch Sauerstoffmangel ohnm\u00e4chtig. In Feuerpausen wurde versucht Sauerstoffflaschen zu besorgen, was aber nicht f\u00fcr alle Bunker gelang.<\/p>\n<p>Der Boden war feucht, auch von der Decke rieselten Wassertropfen. Die Schutzr\u00e4ume waren einfach in den Felsen getriebene Stollen, mit Holzbalken abgest\u00fctzt und B\u00e4nken versehen aber nicht mit Beton verkleidet. Ersch\u00fctterungen durch Einschl\u00e4ge von Artilleriegranaten, lie\u00dfen Steine von der Decke st\u00fcrzen, die viele Bunkerinsassen verletzten. Medizinisch war nur eine notd\u00fcrftige Erstversorgung m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Nach einigen Stunden, nur unter elektrischem Licht, ging das Zeitgef\u00fchl verloren. Die meisten Bunkerinsassen wussten nicht mehr ob drau\u00dfen Tag oder Nacht war.<\/p>\n<p>Dazu das pausenlose Wummern der einschlagenden Granaten, kaum Informationen dar\u00fcber was au\u00dferhalb vor sich ging, praktisch bewegungslos Ausharren, Angst, Hunger, Durst, Hitze, Luftknappheit. Es ergaben sich gro\u00dfe Probleme, an die man \u00fcberhaupt nicht gedacht hatte, so gab es keine Milch f\u00fcr Kleinkinder.<\/p>\n<p>Den Anstrengungen waren nicht alle Menschen gewachsen, es kam zu Nervenkollern. Einige Bunkerinsassen drehten regelrecht durch, rissen sich die Kleider vom Leib und rannte nackt und wirr schreiend durch die Stollen. Im Bahnhofsbunker begann eine Mutter ihren S\u00e4ugling geistesabwesend mit dem Kopf an die Wand zu schlagen, bis er ihr entrissen wurde.<\/p>\n<p>Es existieren etliche Zeitzeugenberichte \u00fcber die unvorstellbaren Zust\u00e4nde. Im Bunker am Philosophenweg und im Maschinenbunker von Moog und Koop waren wohl tausend Menschen dicht an dicht deren Atemnot immer gr\u00f6\u00dfer wurde. Die Schutzr\u00e4ume konnten nicht verlassen werden da von der Koldung aus in Richtung auf die Scharzfelder Stra\u00dfe und Eber pausenlos geschossen und das Feuer erwidert wurde. Der Sauerstoff im Bunker wurde schlie\u00dflich so knapp, dass die Kleinkinder drohten zu ersticken.<\/p>\n<p>In der verzweifelten Lage schickte die Frau von Dr. Zietz junge Leute in einer kurzen Feuerpause zum Oderufer, um Str\u00e4ucher zu schneiden. Mit dem Strauchwerk konnte pausenlos frische Luft in den Bunker gewedelt werden, wodurch der Erstickungstod der Kleinkinder verhindert wurde. Als die Amerikaner die Bunkerinsassen endlich aus ihrem Verlie\u00df befreiten, waren alle zu Tode ersch\u00f6pft, aber gerettet.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a><\/p>\n<h3><strong>Erbitterte K\u00e4mpfe<\/strong><\/h3>\n<p>Hart gerungen wurde am Bahnhof (heute Kreuzung Zollweg\/Scharzfelder Stra\u00dfe). Die Br\u00fccke \u00fcber die Lutter vor dem Baryt-Werk war, wie fast alle Br\u00fccken, gesprengt worden und von der H\u00f6he des Eichenkopfs konnten die Fallschirmj\u00e4ger das Vorgel\u00e4nde unter MG-Feuer halten. Das Bahnhofsgel\u00e4nde hielten Wehrmachtssoldaten. Auf den Eichenkopf lenkten die angreifenden Amerikaner nun das Feuer ihrer Artillerie. F\u00fcr die Zivilisten, die im Bahnhofsbunker sa\u00dfen, verschlimmerte sich dadurch die Situation. Wenn m\u00f6glich wurde die Bunkert\u00fcr ge\u00f6ffnet, um Luft hereinzulassen. Einige Bunkerinsassen konnten das nutzen, um zumindest kurz Luft zu schnappen.<\/p>\n<p>In einem solchen Moment trieben Fallschirmj\u00e4ger drei \u201eFremdarbeiter\u201c oder Kriegsgefangene, die sie offensichtlich beim Pl\u00fcndern \u00fcberrascht hatten, am Bunkereingang vorbei in Richtung Luttertal. Immer wieder stie\u00dfen die Soldaten ihre Gefangenen mit den Gewehrl\u00e4ufen in die R\u00fccken. Auf Pl\u00fcndern stand der Tod. Mit dem Vergraben gab man sich aber keine gro\u00dfe M\u00fche. Tage sp\u00e4ter hie\u00df es, die F\u00fcchse w\u00fcrden mit den K\u00f6pfen im Luttertal Fu\u00dfball spielen.<\/p>\n<p>In diesen schrecklichen Stunden war dies einfach eine Episode. Teil des schrecklichen Krieges der nun auch Bad Lauterberg eingeholt hatte. Auf der Kriegsgr\u00e4berst\u00e4tte auf dem Bergfriedhof befindet sich ein Grab f\u00fcr drei unbekannten Russen, mit dem Datum 13.4.1945. Es k\u00f6nnte sich um die drei geschilderten Personen handeln.<\/p>\n<p>Wegen des verst\u00e4rkten Beschusses des Eichenkopfs konnte die Bunkert\u00fcr fortan nicht mehr ge\u00f6ffnet werden, auch prasselten bei jedem Einschlag Steine aus der Decke. Viele Bunkerinsassen erlitten Kopfverletzungen.<\/p>\n<p>Ab und an suchten deutsche Soldaten im Bunker Schutz. Ein Augenzeuge berichtete das die M\u00e4nner durch die tagelange Anstrengung derartig ausgepumpt waren, dass sie im Stehen einschliefen.<\/p>\n<p>In der f\u00fcr die Zivilbev\u00f6lkerung unertr\u00e4glich gewordenen Situation gingen Oberwachtmeister Kaufmann und Dr. R\u00fcbekeil mit einer wei\u00dfen Fahne zu den US-amerikanischen Truppen und baten im Namen der Bev\u00f6lkerung um die Einstellung der K\u00e4mpfe. Der US-Kommandeur ging auf das Ansinnen ein und schickte die beiden M\u00e4nner zum deutschen Gefechtsstand, um die Fallschirmj\u00e4ger zur Kapitulation oder mindestens zum R\u00fcckzug aufzufordern.<\/p>\n<p>Die beiden Unterh\u00e4ndler machten sich auf den Weg zum Forsthaus Kupferh\u00fctte, wohin Berneike am 13. April seinen Gefechtsstand verlegt hatte.<\/p>\n<p>Der deutsche Kampfkommandant spielte auf Zeit. Er hoffte auf die versprochene Verst\u00e4rkung von 1.000 Mann \u2013 die jedoch nie eintreffen sollte. Zun\u00e4chst schickte Berneike die beiden Bad Lauterberger B\u00fcrger zum US-Kommando mit der Forderung zur\u00fcck, dass ein vorschriftsm\u00e4\u00dfiger US-amerikanischer Parlament\u00e4r-Trupp zu ihm kommen sollte. Um Blutvergie\u00dfen zu vermeiden, lie\u00df sich der US-Kommandeur auch darauf ein.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Zeit der Verhandlungen wurde Waffenruhe vereinbart. Diese war vor allem f\u00fcr die Zivilbev\u00f6lkerung n\u00f6tig, die seit zwei Tagen und N\u00e4chten in v\u00f6llig \u00fcberf\u00fcllten Bunkern hauste.<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6rte auch eine schwer verletzte Frau, die endlich aus dem Scholben-Bunker gebracht werden konnte. Ein herabst\u00fcrzender Felsbrocken hatte ihr den Unterschenkel zerschmettert.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><\/p>\n<p>Sie wurde ins Kurhaus gebracht, im Keller war ein US-Lazarett eingerichtet worden.<\/p>\n<p>Neben der Versorgung der Verwundeten wurde die Feuerpause von den Bunkerinsassen vor allem dazu genutzt Essbares zu holen oder auch schnell zusammen zu kochen. Das immer in der Angst, in der eigenen Wohnung auf Pl\u00fcnderer zu treffen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend dessen wurde eine US-amerikanische Parlament\u00e4rs Gruppe mit verbundenen Augen und wei\u00dfer Fahne zum Gefechtsstand im Forsthaus Kupferh\u00fctte gef\u00fchrt. Die Amerikaner verlangten nochmals die Kapitulation. Berneike telefonierte daraufhin \u2013 oder tat vielmehr so \u2013 mit verschiedenen h\u00f6heren Stellen. Diesen Vorgang zog er \u00fcber mehrere Stunden hin. Schlie\u00dflich er\u00f6ffnete Berneike, der immer noch an seine 1.000 Mann Verst\u00e4rkung glaubte, den US-Parlament\u00e4ren, dass er strikten Befehl habe, die Stadt zu halten. Eine Stunde nach R\u00fcckkehr der Parlament\u00e4re wurde die Feuerpause beendet.<\/p>\n<p>Gegen 20 Uhr gaben die Sirenen Panzeralarm. Alle Zivilisten mussten in die Bunker oder die W\u00e4lder zur\u00fcckkehren. Der Krieg setzte in voller H\u00e4rte wieder ein. Es kam zu erbitterten Stra\u00dfen- und H\u00e4userk\u00e4mpfen, die am 14. April ihren H\u00f6hepunkt fanden.<\/p>\n<p>Bad Lauterberg wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen. Durch Granatenbeschuss st\u00fcrzten Geb\u00e4ude ein und es brachen Br\u00e4nde aus. Das sich die Br\u00e4nde nicht zu einer allgemeinen Feuersbrunst ausbreiteten, lag an einigen Lauterbergern, die nicht in den gro\u00dfen Bunkern, sondern in ihren privaten Schutzr\u00e4umen die K\u00e4mpfe \u00fcberdauerten. Durch ihr beherztes Eingreifen wurde gr\u00f6\u00dfter Schaden abgewendet. Ein Zeitzeuge: \u201eVom Fenster aus bemerkte ich bei einigen Nachbarh\u00e4usern starken Rauch aufsteigen und sah schlie\u00dflich, dass das Haus des Schlachtermeisters Wiedemann lichterloh brannte und dass der Brand bereits auf das Grundst\u00fcck von Klostermann \u00fcbergegriffen hatte. Wir gingen sofort ans Werk, um zu l\u00f6schen. Wir konnten weder Wasser aus der Leitung noch aus dem Hydranten bekommen. So mu\u00dften wir es also aus den Nachbarh\u00e4usern holen. Als dieser Vorrat ersch\u00f6pft war, schleppten wir es von dem drei Minuten entfernten M\u00fchlengraben heran, bis Beschuss von Gewehr- und Maschinengewehrfeuer einsetzte; denn im Sch\u00fctzenhaus (heute Hotel Riemann Anmerk. Verfasser) befanden sich noch deutsche Soldaten, die von den Amerikanern vom Haus Langrehr und vom Rathaus aus beschossen wurden und auch das Feuer erwiderten. \u2026 H\u00e4tten wir nicht gel\u00f6scht, so w\u00e4re wahrscheinlich die ganze Stra\u00dfenzeile niedergebrannt, da die meisten Bad Lauterberger Einwohner in den Bunkern sa\u00dfen und nicht gegen das Feuer angehen konnten.\u201c<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a><\/p>\n<p>Nachdem die Aue und gro\u00dfe Teile der Innenstadt von den Timberwolves erobert waren, konzentrierten sich die K\u00e4mpfe auf den Hausberg. Um die strategisch wichtige H\u00f6he zu nehmen, mussten die amerikanischen Soldaten gegen \u00fcberh\u00f6ht liegende MG-Nester vorgehen. Viele sind dabei gefallen.<\/p>\n<p>Am Nachmittag n\u00e4hrten sich die K\u00e4mpfe dem Ende. Die Schie\u00dfereien waren noch nicht beendet, da leerten sich die Bunker, weil alle M\u00e4nner verschwanden. Nur Frauen, Kinder und ein paar ganz alte blieben zur\u00fcck. Zum Symbol der Stunde wurden die NSDAP-Mitglieder, die nun keine mehr sein wollten und ihre Parteiabzeichen an die h\u00f6lzernen St\u00fctzbalken steckten, die gespickt mit diesen Hakenkreuzabzeichen waren.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a><\/p>\n<p>In dieser \u00dcbergangsphase wurden von freigelassenen Gefangenen und entlassenen ausl\u00e4ndischen Zivilarbeitern Wohnungen ausgeraubt, L\u00e4den aufgebrochen, Schaufenster eingeschlagen. Die amerikanischen Soldaten lie\u00dfen sie, auch in den kommenden Tagen, gew\u00e4hren.<\/p>\n<p>Obwohl die Stadt noch nicht g\u00e4nzlich von deutschen Soldaten ger\u00e4umt war, konnte gegen 16 Uhr Entwarnung gegeben werden, die Zivilbev\u00f6lkerung verlie\u00df die Bunker und kehrte aus den W\u00e4ldern zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Trotz ihrer hohen Verluste verhielten sich die amerikanischen Soldaten der Bev\u00f6lkerung gegen\u00fcber im Gro\u00dfen und Ganzen korrekt. Als sie den Bunker am Bahnhof erreichten verteilten sie S\u00fc\u00dfigkeiten an weinende Kinder und \u00f6ffneten am Bahnhof ein Lebensmitteldepot f\u00fcr die Zivilbev\u00f6lkerung. \u201eDie haben uns doch befreit\u201c<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a>, so schilderte eine Frau, die diese Szene aus der Perspektive eines sechsj\u00e4hrigen Kindes erlebte, die Situation noch Jahrzehnte sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>Am Ausgang vom Bahnhofsbunker boten sich Bilder, die diejenigen die sie sahen f\u00fcr immer in Erinnerung blieben. Am Bahnhof lagen etliche gefallene deutsche Soldaten. Ebenso an und in der Lutter. Ein Gefreiter schaute mit aufgerissenen Augen ins Nichts, das Wasser floss ihm durch den offenen Mund. Ein paar Meter weiter lag ein Toter mit dem Gesicht im Fluss, der Kopf wurde von der Str\u00f6mung auf und nieder bewegt. In der N\u00e4he des Bahnhofs fiel auch der 15-j\u00e4hrige Bad Lauterberger Hitler Junge Willi Rosenthal. Er hatte sich als Munitionstr\u00e4ger den Soldaten zur Verf\u00fcgung gestellt. Dabei war er in die amerikanische Feuerlinie geraten. Die Amerikaner fanden den toten Jugendlichen, gekleidet in seinem schwarzen HJ-Overall mit der Hakenkreuzarmbinde am linken Arm. In antifaschistischer Geste nahmen ihm die US-Soldaten die Armbinde ab und stecken sie durchgeschnitten und unter die Achsel des Toten.<\/p>\n<div id=\"attachment_6890\" style=\"width: 1210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6890\" class=\"size-full wp-image-6890\" src=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Plakat_HJ_Kriegseinsatz.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"1714\" srcset=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Plakat_HJ_Kriegseinsatz.jpg 1200w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Plakat_HJ_Kriegseinsatz-210x300.jpg 210w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Plakat_HJ_Kriegseinsatz-768x1097.jpg 768w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Plakat_HJ_Kriegseinsatz-1075x1536.jpg 1075w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Plakat_HJ_Kriegseinsatz-1050x1500.jpg 1050w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Plakat_HJ_Kriegseinsatz-479x684.jpg 479w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Plakat_HJ_Kriegseinsatz-497x710.jpg 497w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Plakat_HJ_Kriegseinsatz-494x705.jpg 494w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Plakat_HJ_Kriegseinsatz-896x1280.jpg 896w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><p id=\"caption-attachment-6890\" class=\"wp-caption-text\"><br \/><span style=\"color: #ff9900;\">Minderj\u00e4hrige wurden in der Endphase des II. Weltkrieges vom NS-Staat zum Kriegseinsatz aufgerufen.<\/span><\/p><\/div>\n<p>Als am Nachmittag in Bad Lauterberg Entwarnung gegeben wurde zog sich f\u00fcr Berneike im Forsthaus Kupferh\u00fctte die Schlinge zu. Von Sieber aus stie\u00dfen Einheiten der 1. US-Infanteriedivision mit Panzer Unterst\u00fctzung im Tal der Geraden Lutter vor und drohten den deutschen Befehlsstand von hinten zu fassen. Gegen 17 Uhr befahl Berneike den R\u00fcckzug Richtung Braunlage und entging knapp der Gefangenschaft. Gegen 18 Uhr kam es noch einmal zu einem 20-min\u00fctigen Gefecht in der N\u00e4he des Forsthauses. Dann zogen sich Fallschirmj\u00e4ger endg\u00fcltig \u00fcber den Kummel in Richtung Osten zur\u00fcck. Nur die Siedlung Odertal mit den Schickert-Werken war noch in deutscher Hand.<\/p>\n<div id=\"attachment_6886\" style=\"width: 577px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6886\" class=\"size-full wp-image-6886\" src=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Grabstein_Rosenthal.web_.jpg\" alt=\"\" width=\"567\" height=\"904\" srcset=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Grabstein_Rosenthal.web_.jpg 567w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Grabstein_Rosenthal.web_-188x300.jpg 188w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Grabstein_Rosenthal.web_-429x684.jpg 429w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Grabstein_Rosenthal.web_-445x710.jpg 445w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Grabstein_Rosenthal.web_-442x705.jpg 442w\" sizes=\"auto, (max-width: 567px) 100vw, 567px\" \/><p id=\"caption-attachment-6886\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"color: #ff9900;\">Der 15-j\u00e4hrige Willi Rosenthal bezahlte seinen freiwilligen Kriegseinsatz mit seinem Leben. Sein Grab ist Teil der Kriegsgr\u00e4berst\u00e4tte auf dem Bergfriedhof Bad Lauterberg.<\/span><\/p><\/div>\n<p>Am Ortsausgang, kurz vor den Schickert-Werken, verlegte eine Nachhut der Fallschirmj\u00e4ger den nachr\u00fcckenden Timberwolves den Weg. An der Stelle, wo die Stra\u00dfe noch heute eine Kurve macht, f\u00fchrte der Stra\u00dfenverlauf 1945 um eine gro\u00dfe Felsklippe. Der Felsvorsprung wurde bei der Erneuerung des Stra\u00dfenverlaufs zum erheblichen Teil abgetragen.<\/p>\n<p>Diese Klippen eigneten sich hervorragend, um sich zu verschanzen. Von dort nahmen deutsche Fallschirmj\u00e4ger die anr\u00fcckenden US-amerikanischen Soldaten unter Feuer. Ein weiterer Vormarsch h\u00e4tte unn\u00f6tige Opfer gekostet, denn am folgenden Tag w\u00fcrde Bad Lauterberg ohnehin \u00fcberfl\u00fcgelt sein. Deshalb r\u00fcckten die Amerikaner nicht weiter vor, und die deutschen Soldaten setzen sich ab.<\/p>\n<h3>Verhinderte Sprengung<\/h3>\n<p>Nach der Einnahme von Bad Lauterberg sollten die Fallschirmj\u00e4ger den Staudamm der Odertalsperre sprengen. Was das f\u00fcr die mit Evakuierten und Fl\u00fcchtlingen \u00fcberf\u00fcllte Stadt bedeuten w\u00fcrde und dass der Ausfall der Stromversorgung vor allem die Zivilbev\u00f6lkerung getroffen h\u00e4tte, k\u00fcmmerte die Nazi-Strategen nicht. Seit dem 19. M\u00e4rz war der \u201eBefehl zu Zerst\u00f6rungsma\u00dfnahmen im Reichsgebiet\u201c per F\u00fchrererlass in Kraft getreten. Hitler wollte die gesamte Infrastruktur auf dem R\u00fcckzug zerst\u00f6ren lassen.<\/p>\n<p>Die Sprengung des Oderstaudamms wurde dem Fallschirm-Pionier-Bataillon 5, unter dem Ritterkreuztr\u00e4ger Leutnant Friedrich Bausch \u00fcbertragen. Wie Berneike geh\u00f6rte Bausch zu den Durchhalteoffizieren. Erst am 12. M\u00e4rz 1945 hatte er das Ritterkreuz erhalten.<\/p>\n<p>F\u00fcr eine Sprengung des Staudammes stand aber nicht mehr gen\u00fcgend Sprengstoff zur Verf\u00fcgung. So wollte Bausch die Turbinen f\u00fcr die Stromerzeugung in die Luft jagen, um den wesentlichen Teil seines Befehls auszuf\u00fchren. Diese Sprengung mit ihren fatalen Folgen f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung unterblieb nur, weil ein Energieingenieur, der als Wehrmachtsoffizier schon l\u00e4ngere Zeit am Oderstausee eingesetzt war, Bausch davon \u00fcberzeugen konnte, dass durch den Ausbau einiger wichtiger Teile die Stromerzeugung ebenfalls unm\u00f6glich war. Die Fallschirmpioniere beschr\u00e4nkten sich daraufhin auf die Sprengung einiger Baumsperren im Odertal, um den R\u00fcckzug der deutschen Truppen zu decken. Die ausgebauten Teile wurden nach dem Einmarsch der Amerikaner wieder eingesetzt, so dass die Stromversorgung gew\u00e4hrleistet blieb.<\/p>\n<p>Ihren R\u00fcckzug wollten die Fallschirmj\u00e4ger urspr\u00fcnglich auch im Odertal decken und hatten w\u00e4hrend der K\u00e4mpfe in Bad Lauterberg im Hotel \u201eZur Schweiz\u201c einen Gefechtsstand eingerichtet. Hier lagerten 80 Panzerf\u00e4uste und hinter dem Geb\u00e4ude waren Granatwerfer aufgebaut. Als die Deutschen mit ihren Granatwerfern feuerten, bemerkte dass ein amerikanisches Flugzeug und griff die erkannte Stellung an. Die deutschen Soldaten fl\u00fcchteten Richtung Metallwerk. Zwar feuerte nun niemand mehr auf die Amerikaner daf\u00fcr geriet aus der verlassenen Stellung am Hotel immer st\u00e4rker unter amerikanischen Beschuss. Auf ihrem R\u00fcckzug sprengten die Fallschirmj\u00e4gerpioniere noch am 14. M\u00e4rz die Sperrlutterbr\u00fccke.<\/p>\n<p>Das Odertal war jedoch vor allem durch die gro\u00dfen Lager f\u00fcr Kriegsgefangene und \u201eFremdarbeiter\u201c gepr\u00e4gt. An der Andreasberger Stra\u00dfe, dem sp\u00e4teren DETA-Gel\u00e4nde, bestand das Lager Hauxkopf mit rund 2.000 Ostarbeiterinnen. Hinzu kamen noch 250 italienische Kriegsgefangene der Badoglio-Truppen. Die Badoglio-Regierung hatte im Juli 1943 die Seiten gewechselt und k\u00e4mpfte gegen Nazi-Deutschland. Nachdem die deutschen Wachen abgezogen waren, machten sich die Kriegsgefangene und ausl\u00e4ndische Arbeiterinnen und Arbeiter selbstst\u00e4ndig. Gegen die ersten Pl\u00fcnderungen schritten noch die Fallschirmj\u00e4ger ein. Zeitzeugen sprechen von mehreren erschossenen Pl\u00fcnderern.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> Nachdem die deutschen Soldaten abgezogen waren, richtete sich der Hass einiger ehemaliger Gefangener gegen die ihre deutschen Unterdr\u00fccker. Der Odertaler Werkmeister Hersener von der Firma Haltenhoff, der Betriebsleiter Mahrholz von den Metallwerken, Lisa Weber eine Kochfrau im Lager und ihre Kollegin sowie das F\u00f6rsterehepaar Bingel wurden erschlagen.<\/p>\n<p>Am Nachmittag, des 15. April kamen amerikanische Panzer und Infanterie aus Richtung St. Andreasberg, Silberh\u00fctte durch das Sperrluttertal. Als menschliche Schutzschilde sa\u00dfen gefangenen deutschen Soldaten in Handschellen auf den Panzern. Auch neben und hinter den Fahrzeugen mussten deutsche Kriegsgefangene als Feuerschutz laufen. Dieser war jedoch nicht n\u00f6tig. Ohne weitere Kampfhandlungen besetzten die US-Einheiten die Siedlung Odertal und \u00fcbernahmen staunend die vollst\u00e4ndig unbesch\u00e4digten Schickert-Werke.<\/p>\n<p>Unter Billigung der Amerikaner durften die ausl\u00e4ndischen Arbeiter_innen weiter pl\u00fcndern. Als erstes waren das Hotelgeb\u00e4ude und die Eisenbahnh\u00e4user am Bahnhof f\u00e4llig.<\/p>\n<p>Am Nachmittag des 15. April erfolgte die Abl\u00f6sung der 104 US-Infanteriedivision das Bad Lauterberg unter schweren Verlusten erobert hatte. Einheiten der 1. US-Infanteriedivision \u00fcbernahmen. Die Timberwolves wurden in Richtung Halle in Marsch gesetzt.<\/p>\n<p>In den K\u00e4mpfen um Bad Lauterberg vom 12. Bis 14. April 1945 kamen, mindestens 75 Zivilisten ums Leben, 34 deutsche Soldaten fielen, mehr als 50 Wohnh\u00e4user wurden von Granaten getroffen, brannten nieder oder waren schwer besch\u00e4digt. Die Zahl der gefallenen US-amerikanischen Soldaten war bislang nicht genau zu ermitteln. Es soll sich aber um h\u00f6here Verluste als bei den Deutschen gehandelt haben.<\/p>\n<p>Nicht alle deutschen Kriegstoten sind in den Gr\u00e4berreihen des Bergfriedhofes beigesetzt. Einige Soldaten liegen auf dem zentralen Soldatenfriedhof in Salzderhelden, andere Gefallene, wie ein 45-j\u00e4hriger Soldat und ein 16-j\u00e4hriger Hitler-Junge, wurden von ihren Angeh\u00f6rigen privat bestattet.<\/p>\n<h3>Das Ende<\/h3>\n<p>Am Vormittag des 21. April 1945 \u00fcbernahmen US-Truppen die Kontrolle \u00fcber Blankenburg. Bei Michaelstein kam es am Nachmittag zu letzten regul\u00e4ren K\u00e4mpfen. Damit war die Verteidigung des Harzes Geschichte. Am 23. April 1945 ergab sich der Oberkommandierende der 11. Armee, General der Artillerie Walter Lucht, dem Kompaniechef einer Versorgungseinheit des 36. amerikanischen Panzer-Bataillons, Hauptmann Henry Tragle, der in Blankenburg als Stadtkommandant fungierte.<\/p>\n<p>In den folgenden Wochen und Monaten versuchten versprengte Soldaten vereinzelt den Widerstand aus den W\u00e4ldern fortzusetzen. Diese \u201eWehrw\u00f6lfe\u201c blieben aber eine Randnotiz.<\/p>\n<div id=\"attachment_6900\" style=\"width: 1144px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6900\" class=\"size-full wp-image-6900\" src=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Soldatengrab_Bad_Lauterberg_web.jpg\" alt=\"\" width=\"1134\" height=\"723\" srcset=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Soldatengrab_Bad_Lauterberg_web.jpg 1134w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Soldatengrab_Bad_Lauterberg_web-300x191.jpg 300w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Soldatengrab_Bad_Lauterberg_web-768x490.jpg 768w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Soldatengrab_Bad_Lauterberg_web-845x539.jpg 845w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Soldatengrab_Bad_Lauterberg_web-710x453.jpg 710w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Soldatengrab_Bad_Lauterberg_web-705x449.jpg 705w\" sizes=\"auto, (max-width: 1134px) 100vw, 1134px\" \/><p id=\"caption-attachment-6900\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"color: #ff9900;\">Soldatengrab in Bad Lauterberg. Immer noch ein Wanderziel, wenn es auch keinen Stahlhelm mehr gibt.<\/span><\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a name=\"_Toc131068029\"><\/a>Literaturverzeichnis<\/p>\n<p><strong>Arbeitsgemeinschaft S\u00fcdnieders\u00e4chsischer Heimatfreunde (Hg)<\/strong>: R\u00fcstungsindustrie in S\u00fcdniedersachsen w\u00e4hrend der NS-Zeit, Mannheim, 1993.<\/p>\n<p><strong>Bornemann, Manfred: <\/strong>Schicksalstage im Harz. Das Geschehen im April 1945, Clausthal-Zellerfeld, 1980<sup>4<\/sup>.<\/p>\n<p><strong>Bornemann, Manfred: <\/strong>Die letzten Tage der Festung Harz. Das Geschehen im April 1945, Clausthal-Zellerfeld, 1980<sup>2<\/sup>.<\/p>\n<p><strong>Tieke, Wilhelm: <\/strong>Aufstellung, Einsatz und Untergang der SS-Panzerbrigade \u201eWestfalen\u201c. M\u00e4rz \u2013 April 1945, Gummersbach, 1990.<\/p>\n<p><strong>Ulrich, Heinz: <\/strong>Die Infanteriedivision \u201ePotsdam\u201c. Ihre Aufstellung und ihr Einsatz im April 1945 im Ostharz, an der Elbe und im Raum K\u00f6then, Oschersleben, 2012.<\/p>\n<p><strong>K\u00fchn, Volkmar: <\/strong>Deutsche Fallschirmj\u00e4ger im zweiten Weltkrieg. Gr\u00fcne Teufel im Sprungeinsatz und Erdkampf 1939 \u2013 1945, Stuttgart, 1993<sup>10<\/sup>.<\/p>\n<p><strong>Saft, Ulrich: <\/strong>Krieg in der Heimat \u2026 bis zum bitteren Ende im Harz, Walsrode, 1994.<\/p>\n<p><strong>Stimpel, Hans-Martin: <\/strong>Get\u00e4uscht und mi\u00dfbraucht. Sch\u00fclersoldaten in Zentren des Vernichtungskrieges, G\u00f6ttingen, 2001.<\/p>\n<p><strong>Zeitfuchs, Robby \/ Schirmer Volker (Hrsg): <\/strong>Zeitzeugen. Der Harz im April 1945, Selbstverlag, 2004.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bad Lauterberger Tageblatt<\/strong>, 27.4.1985, 40 Jahre danach, Aus der Schule in den Tod. Ruth Korb erinnert sich \u2013 Die rettenden 15 Minuten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bad Lauterberger Tageblatt<\/strong>, 31.3.1995, Als der Zweite Weltkrieg in Bad Lauterberg w\u00fctete.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Harz Kurier<\/strong>, 30.3.1995, Hermann Bode, Die Katastrophe konnte verhindert werden \u2013 Die letzten Kriegstage in Bad Lauterberg. Beim R\u00fcckzug wollten einige Offiziere die Odertalsperre sprengen lassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Rafael A. Zagovec<\/strong>: \u201eGespr\u00e4che mit der \u201aVolksgemeinschaft\u2018\u201c in: Bernhard Chiari [u.\u00a0a.]: \u201eDie deutsche Kriegsgesellschaft 1939 bis 1945 \u2013 Ausbeutung, Deutungen, Ausgrenzung\u201c, im Auftrag des MGFA hrsg. von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/J%C3%B6rg_Echternkamp\">J\u00f6rg Echternkamp<\/a>, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 2005, Band 9\/2 <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spezial:ISBN-Suche\/9783421065285\">ISBN 978-3-421-06528-5<\/a>, S.\u00a0360\u2013364.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zeitzeugeninterview<\/strong> des Autors 1994 mit Karl-Heinz Ludwig (\u2020).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Zit. in: Zeitzeugen. Der Harz im April 1945, S.42 f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Arbeitsgemeinschaft S\u00fcdnieders\u00e4chsischer Heimatfreunde (Hg): R\u00fcstungsindustrie in S\u00fcdniedersachsen w\u00e4hrend der NS-Zeit, Mannheim, 1993, Faksimile, S. 54.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Zeitzeugin Walfriede Ludwig (\u2020). Zitat aus einem Gespr\u00e4ch mit dem Autor.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eHeute vor 40 Jahren \u2026 Meine Erlebnisse in den letzten Kriegstagen\u201c. In: Bad Lauterberger Tageblatt, 9.4.1985.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201e1945 \u2013 Aufr\u00e4umarbeiten am Eber. Vor 40 Jahren am Tage Null \u2013 Foto aus dem Lindenberg Archiv\u201c. Zeugnis des fr\u00fcheren katholischen Pfarrers von Bad Lauterberg Heinrich Schramm. In: Bad Lauterberger Tageblatt, 22.4.1985,<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Bornemann, Manfred: Die letzten Tage in der Festung Harz, 1980, S.53<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Bornemann, Manfred: Schicksalstage im Harz, 1980, S. 83.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Schicksalstage im Harz, S.89<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Bad Lauterberger Tageblatt, 27.4.1985, \u201e40 Jahre danach, Aus der Schule in den Tod. Ruth Korb erinnert sich \u2013 Die rettenden 15 Minuten\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die letzten Tage in der Festung Harz, S. 53<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Bad Lauterberger Tageblatt, 31.3.1995, Als der Zweite Weltkrieg in Bad Lauterberg w\u00fctete.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a>\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Schilderung aus einem Interview mit Karl-Heinz Ludwig mit dem Autor aus dem Jahr 1994.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Zeitzeugin Brigitte Gr\u00fcneberg. Zitat aus einem Gespr\u00e4ch mit dem Autor.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Zeugnis Hermann Bode, Die Katastrophe konnte verhindert werden \u2013 Die letzten Kriegstage in Bad Lauterberg. Beim R\u00fcckzug wollten einige Offiziere die Odertalsperre sprengen lassen. In: Harz Kurier, 30.3.1995.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Endkampfmythen Als der Oberbefehlshaber West, der sp\u00e4ter als Kriegsverbrecher zum Tode verurteilte (und dann begnadigte) Generalfeldmarschall Albert Kesselring, mit seinem Befehlszug zwischen dem 1. und 3. April 1945 bei Drei-Annen-Hohne Schutz suchte, war der Krieg l\u00e4ngst entschieden. 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