{"id":7937,"date":"2026-07-19T08:11:13","date_gmt":"2026-07-19T08:11:13","guid":{"rendered":"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/WordPress_02\/?p=7937"},"modified":"2026-07-19T18:50:28","modified_gmt":"2026-07-19T18:50:28","slug":"genua-2001","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/WordPress_02\/genua-2001\/","title":{"rendered":"Rote Zone \u2013 Genua 2001"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Die Proteste gegen den G8-Gipfel in Genua waren der H\u00f6hepunkt der Antiglobalisierungsbewegung \u2013 und zeigten zugleich deren Grenzen auf. Der italienische Staat reagierte mit brutaler H\u00e4rte.<\/strong><\/h3>\n<h6>Bernd Langer, 19.7.2026<\/h6>\n<p>Am 20. Juli 2001 flimmert die Luft in der Sommerhitze \u00fcber der ligurischen Hafenstadt Genua. Mit heulenden Sirenen jagen Mannschaftswagen der Carabinieri durch die engen Gassen, Greiftrupps st\u00fcrmen vor. Steine fliegen w\u00e4hrend Barrikaden und Autos in Flammen aufgehen. Rauchschwaden ziehen durch die Stra\u00dfen, vermischen sich mit dem stechenden Geruch von Tr\u00e4nengas und brennendem Gummi. \u00dcber der Stadt kreisen unabl\u00e4ssig Hubschrauber. Schreie, Sprechch\u00f6re und Explosionen verschmelzen zu einem Soundtrack des Chaos.<br \/>\nEs sind die Stunden, in denen die Anti-Globalisierungsbewegung in Stra\u00dfenschlachten gegen den G8 Gipfel, ihren Zenit erreichte. Eine Bewegung, die in ihrer internationalen Form erst zwei Jahre zuvor mit den Protesten gegen die Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO) in Seattle ihren Durchbruch erlebte und an die sich manche Hoffnungen kn\u00fcpften.<br \/>\nDie Geschichte begann jedoch Jahre fr\u00fcher \u2013 in einer Welt, die sich nach dem Ende des Kalten Krieges grundlegend ver\u00e4ndert hatte.<\/p>\n<p>Mit dem Zerfall der Sowjetunion setzte sich der Kapitalismus als globale Wirtschaftsordnung durch. Liberalisierung der Finanzm\u00e4rkte, Privatisierungen, Deregulierung und Freihandel pr\u00e4gten die wirtschaftspolitischen Programme vieler Regierungen. Daf\u00fcr standen Institutionen wie der Internationale W\u00e4hrungsfonds, die Weltbank und die Welthandelsorganisation.<br \/>\nIn diesem Zusammenhang erhielt der Begriff Neoliberalismus, dessen Urspr\u00fcnge bis in die 1930er-Jahre zur\u00fcckreichten, eine neue politische Bedeutung. Das Konzept eines \u201eneuen Liberalismus\u201c, der sich sowohl vom ungez\u00fcgelten Laissez-faire-Kapitalismus des 19. Jahrhunderts als auch vom Sozialismus und Kommunismus abgrenzen wollte, passte zu einer Wirtschaftsordnung, die M\u00e4rkte zunehmend global organisierte und staatliche Eingriffe zur\u00fcckdr\u00e4ngte. Gleichzeitig formierte sich eine internationale Protestbewegung, die diese Entwicklung grunds\u00e4tzlich infrage stellte.<br \/>\nIhre Wurzeln reichten von den Befreiungstheologien Lateinamerikas \u00fcber Gewerkschaften und Umweltverb\u00e4nde bis in autonome Zentren europ\u00e4ischer Gro\u00dfst\u00e4dte. Einen entscheidenden Impuls erhielt diese neue Vernetzung am 1. Januar 1994. Im s\u00fcdmexikanischen Bundesstaat Chiapas erhob sich die Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung gegen die mexikanische Regierung. Die Zapatistas k\u00e4mpften nicht nur f\u00fcr die Rechte der indigenen Bev\u00f6lkerung. Sie entwickelten zugleich eine neue Sprache des Widerstands gegen die neoliberale Globalisierung und nutzten das damals noch junge Internet, um ihre Botschaften weltweit zu verbreiten.<\/p>\n<div id=\"attachment_6901\" style=\"width: 1210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6901\" src=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Abbil_1600pix_web.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"1682\" class=\"alignnone size-full wp-image-7949\" srcset=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Abbil_1600pix_web.jpg 1200w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Abbil_1600pix_web-214x300.jpg 214w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Abbil_1600pix_web-768x1076.jpg 768w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Abbil_1600pix_web-1096x1536.jpg 1096w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Abbil_1600pix_web-1070x1500.jpg 1070w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Abbil_1600pix_web-488x684.jpg 488w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Abbil_1600pix_web-507x710.jpg 507w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Abbil_1600pix_web-503x705.jpg 503w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Abbil_1600pix_web-913x1280.jpg 913w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><p id=\"caption-attachment-6901\" class=\"wp-caption-text\"><br \/>\n\u201eChiapas und Oaxaca: viele K\u00e4mpfe, ein gemeinsames Herz. EZLN und CNTE.\u201c Gro\u00dfen Einfluss auf die Entstehende Anti-Globalisierungsbewegung hatte der Aufstand der indigenen Bev\u00f6lkerung im mexikanischen Bundesstaat Chiapas 1994.<\/p><\/div>\n<p>Kirchen, Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften, Studierende, Umweltverb\u00e4nde und linksradikale Gruppen verband die Kritik an der bestehenden Weltwirtschaftsordnung. \u201eEine andere Welt ist m\u00f6glich\u201c wurde zur gemeinsamen Losung.<br \/>\nWobei der Begriff \u201eAnti-Globalisierung\u201c nur anfangs und von einem Teil der Bewegung genutzt wurde. Viele Aktivistinnen und Aktivisten sahen sich als \u201eglobalisierungskritisch\u201c, wandten sich also lediglich gegen die neoliberale Auspr\u00e4gung, nicht aber gegen die Globalisierung an sich. Es gab beide Begriffe, die unterschiedliche Sto\u00dfrichtungen markierten.<br \/>\nZu den direkten Vorl\u00e4ufern dieser Bewegung in der Bundesrepublik geh\u00f6rten die Mobilisierungen gegen die Tagung des Europ\u00e4ischen Rates in K\u00f6ln am 3. und 4. Juni 1999 sowie der zwei Wochen sp\u00e4ter, ebenfalls in K\u00f6ln stattfindende G8-Gipfel. Zu beiden Veranstaltungen wurden jeweils 100.000 Demonstrierende erwartet. Doch ein \u201eGipfelsturm\u201c fand nicht statt. Zur gr\u00f6\u00dften Demonstration f\u00fcr einen Schuldenerlass armer L\u00e4nder am 19. Juni kamen etwa 40.000 Menschen.<\/p>\n<p><strong>Battle of Seattle<\/strong><\/p>\n<p>Ausgangspunkt der Anti-Globalisierungsbewegung war die Ministerkonferenz der Wirtschafts- und Handelsminister der WTO in Seattle vom 30. November bis 2. Dezember 1999. Rund 50.000 Demonstrierende verhinderten am 30. November mit Blockaden die Er\u00f6ffnung der Konferenz. Die Polizei reagierte mit Tr\u00e4nengas, Pfefferspray, Blendgranaten und Massenfestnahmen. Im Verlauf der \u201eBattle of Seattle\u201c wurde der Ausnahmezustand verh\u00e4ngt und die Nationalgarde zur Unterst\u00fctzung der Polizei eingesetzt. Aufgrund der Auseinandersetzungen konnte das WTO-Treffen nicht wie geplant stattfinden. Die Bilder gingen um die Welt.<br \/>\nNach den Auseinandersetzungen von Seattle richtete sich der Blick der globalisierungskritischen Bewegung auf Europa. Im September 2000 reisten rund 12.000 Aktivistinnen und Aktivisten von unterschiedlichsten internationalen Organisationen und Zusammenh\u00e4ngen nach Prag. Ihr Ziel war es gegen die Jahrestagung von Weltbank und Internationalem W\u00e4hrungsfonds zu demonstrieren und die Tagung durch Massenblockaden zu st\u00f6ren.<br \/>\nErstmals traten dabei die Tute Bianche \u2013 die wei\u00dfen Overalls \u2013 im internationalen Zusammenhang in Erscheinung. Die Organisierung war aus dem Umfeld italienischer sozialer Zentren und der Gruppe Ya Basta! hervorgegangen. Ausger\u00fcstet mit Helmen, Schaumstoffpolstern und Schutzschilden versuchten die Tute Bianche, Polizeiketten geschlossen zu durchbrechen, ohne selbst offensive Gewalt anzuwenden. Damit unterschieden sie sich deutlich sowohl von klassischen Sitzblockaden als auch vom Schwarzen Block.<br \/>\nMit 11.000 Einsatzkr\u00e4ften stand die Polizei in der tschechischen Hauptstadt bereit. Als Banken, Fast-Food-Filialen und andere als Symbole der neoliberalen Globalisierung wahrgenommene Einrichtungen zu Bruch gingen, setzte sie Schlagst\u00f6cke, Wasserwerfer, Tr\u00e4nengas und Blendgranaten ein; rund 850 Menschen wurden festgenommen. Das Programm der Konferenz fiel aus Sicherheitsgr\u00fcnden etwas k\u00fcrzer aus, doch Weltbank und IWF schlossen ihre Beratungen planm\u00e4\u00dfig ab.<br \/>\nAnfang Dezember 2000 folgte der EU-Gipfel in Nizza. Zehntausende Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter demonstrierten friedlich f\u00fcr ein sozialeres Europa. Parallel versuchten militante Gruppen, die Absperrungen rund um das Kongresszentrum zu \u00fcberwinden. Auch in diesem Fall ging die Polizei mit Tr\u00e4nengas vor, Schaufenster gingen zu Bruch und ein Bankgeb\u00e4ude brannte. Die Bilder \u00e4hnelten denen aus Seattle und Prag. Wieder wurde deutlich: Neben den gro\u00dfen B\u00fcndnissen entwickelte sich ein eigenst\u00e4ndiger, konfrontativer Aktionsfl\u00fcgel, der die Gipfeltreffen nicht nur begleiten, sondern praktisch st\u00f6ren wollte.<\/p>\n<p><strong>Summer of Resistance<\/strong><\/p>\n<p>Die Anti-Globalisierungsbewegung befand sich im Aufwind, und es folgte der \u201eSummer of Resistance 2001\u201c, der sich zun\u00e4chst gegen den EU-Gipfel vom 14. bis 16. Juni in G\u00f6teborg richtete. Dort protestierten 25.000 Menschen auch gegen den Besuch von US-Pr\u00e4sident George W. Bush.<br \/>\nSchon vor Beginn der Demonstrationen eskalierte die schwedische Polizei die Situation. Hundertschaften umstellten ein Gymnasium, das vielen Angereisten als Schlafquartier diente. Rund 450 Menschen wurden dort stundenlang festgehalten.<br \/>\nAm folgenden Tag verliefen die Demonstrationen zun\u00e4chst friedlich, ehe es zwischen militanten Gruppen aus dem autonomen Spektrum und der Polizei zu heftigen Auseinandersetzungen kam. Barrikaden entstanden, Steine flogen und Einsatzfahrzeuge wurden angegriffen. Gegen berittene Einheiten und Hundestaffeln gingen Militante teilweise mit Eisenstangen vor. Die Konfrontation gipfelte im Einsatz scharfer Munition durch die schwedische Polizei. Zwei M\u00e4nnern wurde in die Beine geschossen, ein weiterer erlitt einen lebensgef\u00e4hrlichen Bauchschuss. Die Innenstadt glich anschlie\u00dfend einem Schlachtfeld; es kam zu 600 Festnahmen und vielen Verletzten. G\u00f6teborg war ein Vorzeichen dessen, was wenige Wochen sp\u00e4ter in Genua geschah.<br \/>\nGegen den G8-Gipfel vom 18. bis 22. Juli in Genua riefen rund 700 Organisationen auf. Um die internationale Anreise zu erschweren, setzte die italienische Regierung bereits Tage zuvor das Schengen-Abkommen vor\u00fcbergehend au\u00dfer Kraft. Reisebusse und Autos wurden an den Grenzen von Polizei und Carabinieri stundenlang kontrolliert, Aktivistinnen und Aktivisten an der Einreise gehindert. Zus\u00e4tzlich wurden die Autobahnen und Zufahrtsstra\u00dfen rund um Genua \u00fcberwacht. Hafen und Flughafen stellten den Betrieb ein.<br \/>\nIm Stadtzentrum existierte eine doppelte Sperrzone, unterteilt in eine \u201eRote Zone\u201c, in der sich die Delegationen aufhielten. Davor lag die \u201eGelbe Zone\u201c, die nur mit Sondergenehmigungen betreten werden durfte. Mit vier Meter hohen Metallz\u00e4unen, Containern, Betonbarrieren und einem massiven Aufgebot von Sicherheitskr\u00e4ften waren diese Bereiche hermetisch abgeriegelt. Insgesamt waren 20.000 Polizisten, Carabinieri und Soldaten im Einsatz.<br \/>\nTrotz dieser Vorkehrungen kamen bis zu 300.000 Menschen nach Genua. Gewerkschaften, Umweltverb\u00e4nde, kirchliche Gruppen, Menschenrechtsorganisationen, linke Parteien, autonome Zusammenh\u00e4nge und Initiativen aus allen Teilen Europas bildeten gemeinsam das Genoa Social Forum, das die Proteste koordinierte.<br \/>\nW\u00e4hrend Schulen, Turnhallen und Parkanlagen als Schlafpl\u00e4tze dienten, begann der Gegengipfel. Diskussionsveranstaltungen, Workshops und kulturelle Aktionen pr\u00e4gten das Bild.<br \/>\nDoch \u00fcber der Stadt lag von Beginn an eine sp\u00fcrbare Anspannung, die sich am 20. Juli entlud. Verschiedene B\u00fcndnisse hatten an jenem Freitag entlang der Sicherheitszone Protestaktionen angek\u00fcndigt. Obwohl ein Sturm auf die Absperrungen von den meisten Organisatoren ausdr\u00fccklich nicht vorgesehen war, kam es bereits ab 10 Uhr in mehreren Stadtvierteln zu Krawallen. Militante Gruppen setzten Autos in Brand und blockierten mit Ger\u00fcmpel Stra\u00dfen. Eine Bankfiliale sowie Gesch\u00e4fte in einem Wohnhaus am Corso Marconi wurden verw\u00fcstet und in Brand gesetzt.<br \/>\nWarum die Polizei in dieser fr\u00fchen Phase nur punktuell eingriff, blieb umstritten. In den Medien entstanden wilde Spekulationen \u00fcber Fehlentscheidungen der Einsatzleitung, Kommunikationsprobleme oder sogar gezielte Eskalationsstrategien. Auch wurde eine angeblich mehrere hundert Personen starke Gruppe von Neofaschisten f\u00fcr die Angriffe verantwortlich gemacht. F\u00fcr keine dieser Behauptungen gab es jedoch belastbare Belege.<br \/>\nDie Auseinandersetzungen verliefen spontan und planlos. W\u00e4hrend in einigen Vierteln Menschen auf den Stufen von Kirchen sa\u00dfen und diskutierten, gerieten nur wenige Stra\u00dfen weiter Demonstrierende und Polizei aneinander. So versuchten die Tute Bianche an der Via Tolemaide, die Metallabsperrungen der Sperrzone mit M\u00fcllcontainern zu durchbrechen. Einzelne Aktivistinnen und Aktivisten kletterten auf die hohen Metallgitter, die von der Polizei mit Wasserwerfern, Tr\u00e4nengas und Kn\u00fcppeln verteidigt wurden.<br \/>\nStundenlang verlagerten sich die Auseinandersetzungen von Stra\u00dfe zu Stra\u00dfe, um sich am Nachmittag auf die Gegend um die Piazza Alimonda zu konzentrieren.<\/p>\n<p><strong>Hexenkessel<\/strong><\/p>\n<p>Der Platz, der sich an diesem Freitagnachmittag in einen Hexenkessel verwandelte, umfasste nur wenige hundert Meter. Zwischen geparkten Autos, M\u00fcllcontainern und den engen Stra\u00dfen rund um die Piazza verloren die Einsatzkr\u00e4fte zunehmend die \u00dcbersicht. Mehrere Gruppen von Demonstrierenden bewegten sich unabh\u00e4ngig voneinander durch das Viertel. Manche versuchten, den Polizeiketten auszuweichen, andere suchten bewusst die Konfrontation. Immer wieder flogen Steine, Flaschen und andere Wurfgeschosse durch die tr\u00e4nengasgeschw\u00e4ngerte Luft.<br \/>\nKurz nach 17:30 Uhr gerieten zwei Land Rover der Carabinieri in die Klemme. Die Fahrzeuge sollten verletzte Beamte aufnehmen. Doch als die begleitenden Einsatzkr\u00e4fte vor einem Angriff militanter Gruppen panisch die Flucht ergriffen, waren die Gel\u00e4ndewagen pl\u00f6tzlich schutzlos. Ein Jeep konnte noch schnell wenden und entkommen, doch der zweite fuhr gegen einen M\u00fcllcontainer und steckte fest.<br \/>\nSofort prasselten Steine, Holzlatten und andere Wurfgeschosse gegen die Karosserie. Die Heckscheibe zersplitterte. Im hinteren Mannschaftsraum des Fahrzeugs befanden sich mehrere Carabinieri, unter ihnen der 20-j\u00e4hrige Mario Placanica. Als er einen Vermummten bemerkte, der nur wenige Meter entfernt einen Feuerl\u00f6scher aufhob \u2013 offenbar mit der Absicht, ihn auf das Fahrzeug zu werfen \u2013, gab Placanica zwei Sch\u00fcsse mit seiner Dienstpistole ab. Der zweite Schuss traf den 23-j\u00e4hrigen Carlo Giuliani t\u00f6dlich am Kopf.<br \/>\nIn diesem Moment gelang es dem Fahrer, den Land Rover zur\u00fcckzusetzen und wegzufahren. Dabei \u00fcberfuhr er den leblos am Boden liegenden Giuliani gleich zweimal.<br \/>\nInnerhalb weniger Minuten trafen Rettungskr\u00e4fte ein, doch f\u00fcr Carlo Giuliani kam jede Hilfe zu sp\u00e4t. Sein Tod wurde noch am selben Abend zum beherrschenden Bild des Gipfels. Fotografen, Fernsehkameras und Amateuraufnahmen hatten den Ablauf des Geschehens aus unterschiedlichen Perspektiven dokumentiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_6889\" style=\"width: 1210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6889\" src=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Abbil_2.jpg\" alt=\"\" width=\"1492\" height=\"1054\" class=\"alignnone size-full wp-image-7938\" srcset=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Abbil_2.jpg 1492w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Abbil_2-300x212.jpg 300w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Abbil_2-768x543.jpg 768w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Abbil_2-260x185.jpg 260w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Abbil_2-845x597.jpg 845w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Abbil_2-710x502.jpg 710w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Abbil_2-705x498.jpg 705w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Abbil_2-1280x904.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 1492px) 100vw, 1492px\" \/><p id=\"caption-attachment-6889\" class=\"wp-caption-text\"><br \/>\nViele Antifa-Zusammenh\u00e4nge aus der Bundesrepublik waren Teil der Anti-Globalisierungsbewegung. Plakat, 2001.<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach wenigen Stunden verwandelte sich die Todesstelle in eine Gedenkst\u00e4tte mit Blumen und brennenden Kerzen, w\u00e4hrend in anderen Teilen der Stadt bis tief in die Nacht Stra\u00dfenschlachten mit der Polizei tobten.<br \/>\nEinen Tag sp\u00e4ter gingen 300.000 Menschen auf die Stra\u00dfe. Es war die gr\u00f6\u00dfte Demonstration der gesamten Protestwoche. Die Manifestation verlief \u00fcberwiegend friedlich, doch kam es auch hier wieder zu Konfrontationen mit der Polizei.<br \/>\nDoch am Abend war der Gipfel zu Ende. Politikerinnen und Politiker sowie der Gro\u00dfteil der Demonstrierenden traten die Heimreise an. Diejenigen, die noch in der Stadt blieben, ahnten nicht, dass die blutigste Nacht des Gipfels noch bevorstand.<br \/>\nNacht des Schreckens<br \/>\nZu den wichtigsten Unterk\u00fcnften des Genoa Social Forum geh\u00f6rte der Diaz-Schulkomplex unweit der Altstadt. Dort schliefen Demonstrierende aus verschiedenen L\u00e4ndern, viele davon aus der Bundesrepublik. In anderen Klassenr\u00e4umen befanden sich B\u00fcros, Materiallager und ein Pressezentrum, dort hatte sich u.a. das unabh\u00e4ngige Mediennetzwerk Indymedia eingerichtet. Wer hier \u00fcbernachtete, rechnete mit einer kurzen Nacht \u2013 nicht mit einem Polizeieinsatz.<br \/>\nOhne dass es die in der Schule befindlichen Menschen bemerkten, riegelten mehr als 100 Polizisten kurz vor Mitternacht die Schule ab. Was nun geschah, dauerte kaum l\u00e4nger als eine Viertelstunde. Mehrere Spezialeinheiten st\u00fcrmten das Geb\u00e4ude und pr\u00fcgelten wahllos auf Schlafende ein. Viele wurden am Kopf getroffen. Einige verloren das Bewusstsein, andere erlitten Knochenbr\u00fcche oder schwere Platzwunden. Sp\u00e4ter berichteten Betroffene, sie h\u00e4tten weder Widerstand geleistet noch Gelegenheit gehabt, den Schl\u00e4gen auszuweichen.<br \/>\nAls die Einsatzkr\u00e4fte das Geb\u00e4ude verlie\u00dfen, bot sich ein Bild der Verw\u00fcstung.<br \/>\nBlut bedeckte Flure und Klassenzimmer. Zerschlagene Computer, zerrissene Schlafs\u00e4cke und pers\u00f6nliche Gegenst\u00e4nde lagen zwischen Glassplittern und umgest\u00fcrzten Tischen. Rettungskr\u00e4fte transportierten Verletzte auf Tragen aus dem Geb\u00e4ude. Mehrere Menschen schwebten zeitweise in Lebensgefahr.<br \/>\nInsgesamt wurden 93 Personen festgenommen. Mehr als 60 mussten in Krankenh\u00e4user eingeliefert werden, zahlreiche davon mit schweren Verletzungen. Viele trugen dauerhafte k\u00f6rperliche oder psychische Folgen davon.<br \/>\nNoch in derselben Nacht erkl\u00e4rte die Polizeif\u00fchrung den Einsatz f\u00fcr gerechtfertigt.<br \/>\nDie Beamten h\u00e4tten in der Schule Angeh\u00f6rige gewaltbereiter Gruppen \u00fcberrascht und Molotowcocktails sichergestellt. Fotos von zwei beschlagnahmten Brands\u00e4tzen wurden umgehend ver\u00f6ffentlicht.<br \/>\nDoch schon bald begannen Zweifel. Journalistinnen und Journalisten wiesen auf Widerspr\u00fcche in den offiziellen Darstellungen hin. Videoaufnahmen zeigten Menschen, die offensichtlich keinen Widerstand leisteten. Zeugenaussagen widersprachen den Einsatzberichten. Mit jedem Tag wuchs der Verdacht, dass die Polizei nicht nur unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfige Gewalt angewendet, sondern auch Beweismittel manipuliert haben k\u00f6nnte.<br \/>\nDieser Verdacht best\u00e4tigte sich. Die beiden Molotowcocktails stammten nicht aus der Diaz-Schule. Sie waren bereits Stunden zuvor an einem anderen Ort von der Polizei sichergestellt worden und wurden sp\u00e4ter in das Geb\u00e4ude gebracht.<br \/>\nFaschistischer Terror<br \/>\nW\u00e4hrend die \u00d6ffentlichkeit noch \u00fcber die Bilder aus der Diaz-Schule diskutierte, ging die Folter f\u00fcr viele Festgenommene weiter. Die Polizeikaserne Bolzaneto am Stadtrand von Genua diente w\u00e4hrend des Gipfels als provisorisches Sammel- und Durchgangsgef\u00e4ngnis. Hier wurden Verhaftete vor ihrer Verlegung in Justizvollzugsanstalten registriert und verh\u00f6rt. F\u00fcr die meisten war sie eine Zwischenstation von wenigen Stunden oder Tagen.<br \/>\nWer von den Gefangenen aus der Diaz-Schule nicht in Krankenh\u00e4user eingeliefert wurde, landete hinter den Mauern dieser Kaserne. Was sich dort abspielte, wurde erst Monate sp\u00e4ter vollst\u00e4ndig bekannt. Festgenommene aus Italien, Deutschland, Frankreich, Spanien und anderen L\u00e4ndern erz\u00e4hlten von Schl\u00e4gen bereits bei der Ankunft, von stundenlangem Stehen mit dem Gesicht zur Wand, von Tritten, Beleidigungen und Dem\u00fctigungen. Wer den Blick hob oder sich bewegte, wurde erneut geschlagen. Verletzte erhielten nach Aussagen zahlreicher Betroffener teilweise erst versp\u00e4tet medizinische Hilfe.<br \/>\nMehrere ehemalige Gefangene berichteten, sie seien gezwungen worden, faschistische Parolen oder die italienische Nationalhymne zu singen. Andere schilderten rassistische und politische Beschimpfungen, Drohungen mit sexueller Gewalt oder die Verweigerung von Wasser, Toiletteng\u00e4ngen und anwaltlichem Beistand. Frauen berichteten von entw\u00fcrdigenden Durchsuchungen und sexualisierten Erniedrigungen.<br \/>\nOffenbar handelte es sich in Bolzaneto nicht um vereinzelte \u00dcbergriffe. 45 Polizisten mussten sich daf\u00fcr vor Gericht verantworten. Die Verfahren zogen sich \u00fcber Jahre hin. Am Ende verloren einige der T\u00e4ter ihre \u00c4mter. Von den 15 verh\u00e4ngten Haftstrafen wurde jedoch nahezu keine vollstreckt, da die Taten nach italienischem Recht bereits verj\u00e4hrt waren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_6889-2\" style=\"width: 1210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6889-2\" src=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Abbil_3.jpg\" alt=\"\" width=\"629\" height=\"890\" class=\"alignnone size-full wp-image-7946\" srcset=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Abbil_3.jpg 629w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Abbil_3-212x300.jpg 212w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Abbil_3-483x684.jpg 483w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Abbil_3-502x710.jpg 502w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Abbil_3-498x705.jpg 498w\" sizes=\"auto, (max-width: 629px) 100vw, 629px\" \/><p id=\"caption-attachment-6889-2\" class=\"wp-caption-text\"><br \/>\nStencil im Gedenken an Carlo Giuliani, Berlin, 2002.<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Europ\u00e4ische Gerichtshof f\u00fcr Menschenrechte besch\u00e4ftigte sich in mehreren Verfahren mit den Ereignissen von Genua. Das Gericht kam zu einem eindeutigen Ergebnis: Sowohl die Gewalt in der Diaz-Schule als auch die Misshandlungen in staatlichem Gewahrsam verletzten das Verbot unmenschlicher und erniedrigender Behandlung nach der Europ\u00e4ischen Menschenrechtskonvention. Besonders scharf kritisierte das Gericht, dass das italienische Strafrecht zum Zeitpunkt des Gipfels keinen eigenst\u00e4ndigen Foltertatbestand kannte. Dadurch konnten zahlreiche schwere Menschenrechtsverletzungen nur unzureichend verfolgt werden. Italien geriet international derart unter Druck das es im Jahr 2017 sein Strafrecht reformierte.<br \/>\nBei der Verurteilung von Demonstrantinnen und Demonstranten verfuhr der italienische Staat hingegen schnell und rigoros. Wegen schwerer Ausschreitungen gab es 25 Anklagen. Mehrere Verurteilte mussten langj\u00e4hrige Haftstrafen, in einem Fall 15 Jahre, antreten.<\/p>\n<p><strong>Wendepunkt<\/strong><\/p>\n<p>Der G8-Gipfel in Genua war der Wendepunkt f\u00fcr die Anti-Globalisierungsbewegung. Einige Organisationen zogen sich aus den Protesten zur\u00fcck oder distanzierten sich von militanten Gruppen. Die Tute Bianche, die zu den bekanntesten und einflussreichsten Akteuren der Protestbewegung z\u00e4hlten, l\u00f6sten sich auf beziehungsweise gingen im Netzwerk Disobbedienti \u2013 die Ungehorsamen \u2013 auf.<br \/>\nDann ver\u00e4nderten die Anschl\u00e4ge vom 11. September 2001 in New York weltweit die politische Agenda. Von einem Tag auf den anderen wurden die Gewalttaten des Islamismus und der von den Vereinigten Staaten ausgerufene \u201aKrieg gegen den Terror\u2018 zum beherrschenden Thema.<br \/>\nBereits die Proteste gegen die Jahrestagungen des International Monetary Fund (IMF) und der World Bank Ende September 2002 in Washington D. C. zeigten diesen Einbruch. Nur noch knapp 3.000 Menschen gingen auf die Stra\u00dfe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_6889-3\" style=\"width: 1210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6889-3\" src=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/G8_2008.jpg\" alt=\"\" width=\"1197\" height=\"1686\" class=\"alignnone size-full wp-image-7950\" srcset=\"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/G8_2008.jpg 1197w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/G8_2008-213x300.jpg 213w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/G8_2008-768x1082.jpg 768w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/G8_2008-1091x1536.jpg 1091w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/G8_2008-1065x1500.jpg 1065w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/G8_2008-486x684.jpg 486w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/G8_2008-504x710.jpg 504w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/G8_2008-501x705.jpg 501w, https:\/\/kunst-und-kampf.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/G8_2008-909x1280.jpg 909w\" sizes=\"auto, (max-width: 1197px) 100vw, 1197px\" \/><p id=\"caption-attachment-6889-3\" class=\"wp-caption-text\"><br \/>\nSp\u00e4tere Proteste, etwa gegen den G8-Gipfel in \u00c9vian im Jahr 2003, konnten nicht mehr an die Bedeutung der Zeit vor Genua 2001 ankn\u00fcpfen.<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zudem wurden die G8-Gipfel in Reaktion auf Genua nur noch an abgelegeneren Orten mit deutlich strengeren Sicherheitskonzepten abgehalten. Auch wenn es weiterhin Proteste gab, etwa 2007 in Heiligendamm, erreichten sie nicht mehr die Gr\u00f6\u00dfe und symbolische Bedeutung fr\u00fcherer Jahre.<br \/>\nGrunds\u00e4tzlich entwickelten sich nach der globalen Finanzkrise 2008 die G20 zum wichtigsten Forum f\u00fcr internationale Wirtschafts- und Finanzpolitik. Dort sa\u00dfen neben den klassischen westlichen Industriestaaten auch gro\u00dfe Schwellenl\u00e4nder wie China, Indien, Brasilien und S\u00fcdafrika.<br \/>\nEin weiterer entscheidender Einschnitt erfolgte 2014. Nach der Annexion der Krim wurde Russland aus der G8 ausgeschlossen. Seitdem treffen sich sieben Staaten als G7, die eher als Zusammenschluss gleichgesinnter westlicher Demokratien fungieren.<br \/>\nDes Weiteren lie\u00df die Finanzkrise 2011 mit Occupy Wall Street eine neue Bewegung entstehen. Im selben Zeitraum entwickelten sich Teilbewegungen, wie die Klimabewegung, Proteste gegen Freihandelsabkommen sowie Initiativen gegen Steuerflucht, soziale Ungleichheit oder f\u00fcr Lieferkettengesetze und nachhaltiges Wirtschaften. Migration und die fortschreitende Digitalisierung wurden ebenfalls zu wichtigen Themen.<br \/>\nSo wiesen die Proteste gegen den G20-Gipfel in Hamburg im Jahr 2017 zwar noch Bez\u00fcge zur globalisierungskritischen Bewegung auf. Doch 16 Jahre nach Genua hatten sich die politischen und gesellschaftlichen Bedingungen in vielerlei Hinsicht ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Der Text erschien in der Wochenendausgabe zu Genua der Jungen Welt, S. 4 und S. 5, am 18.\/19. Juli 2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Proteste gegen den G8-Gipfel in Genua waren der H\u00f6hepunkt der Antiglobalisierungsbewegung \u2013 und zeigten zugleich deren Grenzen auf. Der italienische Staat reagierte mit brutaler H\u00e4rte. Bernd Langer, 19.7.2026 Am 20. Juli 2001 flimmert die Luft in der Sommerhitze \u00fcber der ligurischen Hafenstadt Genua. Mit heulenden Sirenen jagen Mannschaftswagen der Carabinieri durch die engen Gassen, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":7938,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[16,14],"tags":[],"class_list":["post-7937","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuell","category-hauptartikel"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/WordPress_02\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7937","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/WordPress_02\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/WordPress_02\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/WordPress_02\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/WordPress_02\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7937"}],"version-history":[{"count":18,"href":"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/WordPress_02\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7937\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7979,"href":"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/WordPress_02\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7937\/revisions\/7979"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/WordPress_02\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7938"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/WordPress_02\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7937"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/WordPress_02\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7937"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kunst-und-kampf.de\/WordPress_02\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7937"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}